EU-Wasserrahmenrichtlinien
Visionen für bessere Gewässer in Münsters Norden

Münster-Nord -

Geht es nach dem Unterhaltungsverband St. Mauritz / Altenberge sind die Tage der antiquierten Fischtreppe mit den flachen Steinstufen im kleinen Fließgewässer am Ahlertweg gezählt. „Dort sollte man Kaskaden einbauen, damit Kleinstlebewesen aufsteigen können“, nennt Verbandsvorsteher Hermann Westhoff ein Beispiel, wie in Münsters Norden die europaweit anzuwendenden Wasserrahmenrichtlinien umgesetzt werden können.

Montag, 09.04.2012, 14:04 Uhr

EU-Wasserrahmenrichtlinien : Visionen für bessere Gewässer in Münsters Norden
Ein altes Schätzchen ist diese Treppe in dem kleinen Fließgewässer am Ahlertweg. Sie zählt zu den verbesserungswürdigen Stellen in Münsters Norden. Foto: kaj

Europas Gewässer – Fließgewässer und Grundwasser – sollen besser werden. Dazu hat die Europäische Union 2001 Richtlinien erlassen, die bis 2027 umgesetzt sein sollen. Der 31. März 2012 war der Stichtag, bis zu dem die Stadt Münster ihren Maßnahmenkatalog bei der Bezirksregierung einreichen musste. Organisation ist dabei die halbe Miete, denn Flüsse und Bäche kennen keine Grenzen. Sonja Kramer koordiniert die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien für die Stadt Münster.

Der Maßnahmenfahrplan enthalte vornehmlich Tabellen und Karten, berichtet sie. Und sei kein Wunschkonzert, alles müsse bezahlbar und realisierbar sein. Weiter geht es mit den Vorschlägen bei der Bezirksregierung. Der Maßnahmenkatalog werde geprüft und priorisiert ans Landesministerium in Düsseldorf übermittelt, gehe von dort nach Berlin und werde bis zum 31. Dezember diesen Jahres in Brüssel vorliegen, beschreibt Christiane Klein , Pressesprecherin der Bezirksregierung, den Zeitplan.

Die Bezirksregierung betreue 80 Kooperationen in NRW. Verbessert werden sollen die biologische und chemische Qualität der Gewässer sowie ihre Struktur. Etliche Maßnahmen sind bereits in Angriff genommen worden. Allein 2010 wurden 56 wasserwirtschaftliche Projekte im Regierungsbezirk mit 25 Millionen Euro Landesförderung unterstützt, hieß es voriges Jahr bei der Gewässerkonferenz der Bezirksregierung.

Wie viel Geld für die künftigen Projekte zur Verfügung stehen wird, sei derzeit unklar, sagte Christiane Klein mit Hinweis auf die politische Situation in NRW. Zu den aktuellen Großprojekten in Münster gehören die Fischaufstiege, landläufig „Fischtreppe“ genannt, an der Havichhorster Mühle (Kosten rund eine Million Euro) und an der Badestraße (rund 350 000 Euro). Bei beiden Projekten sei das Land mit 80 Prozent der Kosten im Boot, erläuterte Berthold Reloe vom Tiefbauamt.

In Münsters Norden sind bereits anspruchsvolle Projekte umgesetzt worden. 2009 wurde der mäandrierende Aa-Polder bei Nevinghoff fertiggestellt. Schon bis 2002 war die Aa zwischen Ring und Nevinghoff aus ihrem Betonkorsett befreit worden. Im Jahr 2010 folgten in Münsters Norden dann der Polder und die Naturstrecke bei Haus Coerde: Dort wurden die Aa auf 320 Meter und der Kinderbach auf 230 Meter naturnah gestaltet. Sie schlängeln sich jetzt idyllisch durch die Wiesen. Neben der ökologischen Aufwertung dienten diese Maßnahmen auch dazu, die Abflussspitzen aus dem Stadtgebiet abzufangen.

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