Ehec-Experte Karch spürt gefährliche Keime auf
Europäische Union unterstützt Forschungsprojekt mit 750 000 Euro

Münster -

Die Europäische Kommission hat zwölf Millionen Euro für ein auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt gegen gefährliche Keime bereitgestellt. Besonders Krankheitserreger, die zwischen Mensch und Tier übertragen werden können, sollen untersucht werden.

Donnerstag, 12.04.2012, 08:04 Uhr

Im Projekt mit dem Namen Antigone („ANTIcipating the Global Onset of Novel Epidemics“ – Früherkennung und Verhinderung globaler Ausbrüche von neuartigen Epidemien) ist das Institut für Hygiene der Universität und des Uniklinikums Münster mit vier Teilprojekten vertreten – und hat bereits erste Forschungsergebnisse veröffentlicht, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir untersuchen vor allem den Ehec-Stamm vom Serotyp O104:H4“, erläutert Institutsdirektor und Koordinator der münsterischen Projekte, Prof. Helge Karch . Zwischen Mai und Juli 2011 erkrankten in Deutschland durch diesen Ehec-Keim mehr als 4000 Menschen. Ehec ist eine krankheitsauslösende Form des verbreiteten und normalerweise harmlosen Darmbakteriums Escherichia coli.

Schnell reagiert

Karch und sein Team identifizierten als Erste den genauen Erregertyp und entwickelten binnen einer Woche einen Schnelltest zum Nachweis des Bakteriums. Im Antigone-Projekt arbeitet er nun weiter an der Charakterisierung von Ehec-Erregertypen. Mit 750 000 Euro unterstützt die EU diese Arbeit.

Uni-Klinik entwickelt EHEC-Schnelltest

Sein Team setzt sich aus Privatdozent Dr. Alexander Mellmann, Prof. Dr. Ulrich Dobrindt und Privatdozentin Dr. Martina Bielaszewska zusammen, die in eigenen Teilprojekten die EHEC-Thematik bearbeiten. Zusammen mit nationalen und internationalen Partnern wird bei Wild- und Haustieren in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien nach ähnlich gefährlichen Erregern gesucht.

Besonders eng kooperieren die münsterischen Wissenschaftler mit Prof. Christian Menge vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, am Standort Jena. Mellmanns Arbeitsgruppe analysiert Besonderheiten des Erbguts des O104:H4-Ausbruchs­stamms und führt genomweite Vergleiche mit anderen Ehec-Varianten durch, um zukünftig eine Risikoabschätzung zu ermöglichen.

Forscher aus Münster identifizieren EHEC-Keim

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