Gymnasiallehrer wurde bei brutalem Überfall schwer verletzt
„Ich hatte Todesangst“

Münster -

„Ich hatte das Gefühl, die wollen mich umbringen. So einen blinden Hass, so eine unfassbare Aggressivität habe ich noch nie in einem Gesicht gesehen“, sagt der Gymnasiallehrer, dessen Name der Redaktion bekannt ist. An einer Schule im Umland unterrichtet er Sport und Religion. Mit einigen Freunden und Kollegen hatte er sich am Freitag (13. April) verabredet. Zu einem Spieleabend zum Ausklang der Osterferien. Danach ging es noch ins Tanzlokal „Grille“ an der Bremer Straße.

Montag, 23.04.2012, 10:04 Uhr

Gymnasiallehrer wurde bei brutalem Überfall schwer verletzt  : „Ich hatte Todesangst“
Schwere Gesichtsverletzungen hat ein Gymnasiallehrer nach einem Überfall davongetragen. Gnadenlos traten die beiden Täter auf ihn ein, als er das Tanzlokal „Grille“ an der Bremer Straße verließ. Er musste in der Uniklinik Münster operiert werden. Foto: Matthias Ahlke

Als er am Morgen des 14. Aprils gegen 5.30 Uhr das Lokal in Richtung Hafenstraße alleine verließ, wurde er brutal von zwei jungen Männern überfallen und schwer verletzt. Zwei bis drei Minuten dauerte der Albtraum, der ihn für die nächsten zwei Wochen dienstunfähig macht.

Sein linkes Auge ist blutunterlaufen. In der Uniklinik Münster wurde der Lehrer operiert. Das linke Jochbein musste mit einer Titanplatte in Normalstellung gebracht werden. Nasenbeinfraktur, zahlreiche Brüche im Gesicht, Schwellungen, Blutergüsse im Gesicht und an den Beinen – die Männer, die kein Wort gesprochen und ihn so übel zugerichtet haben, sind nach Auskunft der Polizei nach einer Fahndung entkommen.

Täter stehlen Smartphone und entkommen

Mit den Männern verschwindet ein teures Smartphone der Marke Samsung Galaxy SII in Schwarz. Das hatte das Opfer beim Verlassen des Lokals in der Hand. „Ich hatte mir überlegt, ein Taxi zu rufen, und merkte, wie jemand nach meinem Handy griff.“ Danach geht alles blitzschnell. Eine Faust trifft den Lehrer im linken Gesichtsfeld. Leicht benommen fällt er zu Boden, verliert seine Brille.

Täter treten auf das am Boden liegende Opfer ein

„Die Männer traten mit unvorstellbarer Gewalt auf mich ein“, berichtet der 33-Jährige. Seine Arme hält er als Schutz vor seinen Kopf. Es gelingt ihm, sich aufzurappeln, die Angreifer aufzufordern, damit aufzuhören. „Aber sie wurden noch aggressiver. Schließlich lief ich in Richtung Bahnhof und schrie aus Leibeskräften um Hilfe.“ Doch die Schläger sprinten erbarmungslos hinter ihm her, holen ihn ein und treten erneut auf den Lehrer ein, der am Boden liegt. „Die haben mich als Boxsack gesehen, wie ein Stück Vieh vor sich hergetrieben. Ich hatte Todesangst, schluckte viel Blut und dachte, den finalen Schlag überlebe ich nicht.“

Zeugen gesucht

Zeugenhinweise nimmt das Polizeipräsidium unter der Telefonnummer 0251 - 2750 entgegen.

...

Ein Taxifahrer kommt zur Hilfe

Doch zum Glück kommt ein Taxifahrer zur Hilfe, Blut tropft auf die Motorhaube seines Fahrzeugs. Die Täter, die nach Aussage des Opfers um die 20 Jahre alt und etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß sind, kurze, gegelte schwarze Haare haben, flüchten in die nahe gelegenen Grünanlagen am Bremer Platz. Turnschuhe, unauffällige Kleidung, einer trägt eine helle Hose – beschreibt das Opfer die brutalen Schläger. Und: „Sie waren, genauso wie ich, nicht betrunken gewesen.“

Schmerzende Erinnerungen

„Ich hatte noch Glück im Unglück. Das Geschehene ist wie ein Film, den ich ganz bewusst ausblenden und abrufen kann. In der ersten Nacht habe ich von dem Überfall geträumt“, erzählt der 33-Jährige, der in Münster wohnt und noch nie Gewalt erlebt hat. Pochen und Schmerzen im Gesicht bekommt er im Liegen und benötigt Schmerzmittel. Er redet sich bei Freunden das schlimme Erlebnis von der Seele, das immer wieder hochkommt beim Blick in den Spiegel. „Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort.“

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