Kundenfang mal anders
Ein Viertel kämpft für seinen Markt

Münster -

Anonym für sich wohnen, leben, einkaufen – das wollen viele Bürger im Südviertel auf gar keinen Fall. Und deshalb machen sie sich jetzt für ihren Geistmarkt stark, der zurzeit etwas schwächelt. Damit der Markt erhalten bleibt und attraktiver wird, ziehen jetzt Nachbarn, Marktbeschicker und soziale Einrichtungen an einem Strang.

Donnerstag, 26.04.2012, 07:04 Uhr

Kundenfang mal anders : Ein Viertel kämpft für seinen Markt
Sie engagieren sich für ihren Geistmarkt: Jutta Küdde (l.), Beatrix Lücke (2.v.l.) und Joachim Brüning (4.v.l.) vom Südviertelbüro mit Marktbeschickern, Erzieherinnen und Kindern des Familienzentrums Heilig Geist, die aus pädagogischen Gründen auf dem Geistmarkt einkaufen Foto: hö

Anonym wohnen, leben, einkaufen – das wollen viele Bürger im Südviertel auf gar keinen Fall. Und deshalb machen sie sich jetzt für ihren Geistmarkt stark, der zurzeit etwas schwächelt. Jedenfalls sind in den vergangenen Monaten schleichend hier und da ein paar Stände verschwunden. „Aber der Markt hat eine ganz wichtige Funktion im Viertel und wir machen uns dafür stark“, bringt es Jutta Küdde vom Südviertelbüro auf den Punkt.

Markt aufpeppen

Ihre ehrenamtlichen Mitstreiter haben jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt, Marktbeschicker, soziale Einrichtungen und das Ordnungsamt angesprochen, um den Markt, der mittwochs und samstagsvormittags bis 12.30 Uhr stattfindet, aufzupeppen und für Familien wie Senioren gleichermaßen attraktiver zu gestalten.

Der Marktbesuch der quirligen Rasselbande vom Familienzentrum Heilig Geist , kam den Marktaktivisten gerade recht. „Genau das wollen wir hier haben“, unterstreicht der Vorsitzende des Südviertelbüros, Joachim Brüning . Denn wo Kinder sind, da findet buntes Stadtteilleben statt, an dem hier alle so interessiert sind. Deshalb haben die Aktivisten vom Südviertelbüro bereits Kontakt mit den Kindertagesstätten rundum aufgenommen.

„Die Kita Am Inselbogen, der Kindergarten Heilig Geist und der Emilienkindergarten beispielsweise haben uns schon Unterstützung signalisiert“, sagt Brüning, der sich vorstellen kann, dass auch mal die Samba-Truppe des Hittorf-Gymnasiums Publikum auf den Geistmarkt zieht.

 
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Marktbesuch für die Erziehung

Regelmäßige Marktbesuche sind „für uns aus pädagogischer Sicht wertvoll“, betont die Leiterin des Familienzentrums Heilig Geist, Margit Koch. Und weil Stadtkinder „oft gar nicht mehr wissen, wie Gemüse angebaut und geerntet wird“, lädt Landwirt Martin Wiggering einmal im Jahr zum Kartoffeltag auf seinen Hof. Dieses gegenseitige Engagement, davon ist Brüning überzeugt, ist der Weg zum Erfolg.

Damit der Markt als Kommunikationsplattform taugt, soll ab dem kommenden Samstag ein Kaffeestand aufgebaut werden. Die Fleisch-, Fisch-, Gemüse-, Käse- und Brotstände werden seit kurzem auch mittwochs um einen Olivenstand ergänzt.

Einige Beschicker wünschen sich zudem etwas längere Öffnungszeiten, um Berufstätige in der Mittagspause anzusprechen. „Wir sind jederzeit bereit für ein offenes Gespräch mit den Beschickern, um die Marktzeiten dem Bedarf anzupassen“, signalisiert Johannes Lammers, Fachstellenleiter beim Ordnungsamt, Entgegenkommen. Allerdings müsse eine von allen Marktbeschickern getragene Zeit gefunden werden.

Einen Tag mit der Marktbeschickerin

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