Ottostraße
Bunker-Abriss: Nachbarn nur noch genervt

Münster -

Eigentlich sollte der Otto-Bunker im Herz-Jesu-Viertel längst am Boden liegen. Doch der äußerst knifflige Abbruch mitten in dem Wohngebiet verzögert sich seit Wochen. Die Anwohner sind nur noch genervt.

Mittwoch, 25.04.2012, 07:04 Uhr

Ottostraße : Bunker-Abriss: Nachbarn nur noch genervt
Vom Otto-Bunker steht immer noch ein kleiner Mauerrest direkt an dem inzwischen stark beschädigten Nachbarhaus. Die Anwohner sind wegen der wochenlangen Abrissarbeiten und der parallel laufenden Kanalbaumaßnahme in der Ottostraße generv Foto: Matthias Ahlke

Alles, was in seiner inzwischen arg ramponierten Wohnung wertvoll ist, hat Dr. Sven Pastoors mit in sein Büro geschleppt. Er selbst schläft längst im Hotel, nachdem Teile der Badezimmerdecke in seiner Mietwohnung an der Ottostraße 19 heruntergekracht waren. „Die Sachschäden zahlt mir zumindest im Moment keiner“, ärgert er sich.

Die Anwohner in Klein-Muffi sind wegen der seit Monaten andauernden Abrissarbeiten am Otto-Bunker nur noch genervt. „Sogar bei uns wackeln die Gläser im Schrank“, sagt Werner Garbe, der an der benachbarten Alkuinstraße wohnt. Er spricht aus, was viele denken: „Die Verzögerungen ärgern uns am meisten.“

Eigentlich sollte der Otto-Bunker im Herz-Jesu-Viertel längst am Boden liegen. Doch der äußerst knifflige Abbruch mitten in dem Wohngebiet verzögert sich seit Wochen. „Die Baupläne sind im Krieg verbrannt. So treffen wir immer wieder auf neue Überraschungen“, sagt Architekt Björn Heßling .

Die Schlattmann Wohnbau GmbH will auf dem Eckgrundstück Ottostraße/Lambertistraße bis Herbst 2013 drei Stadthäuser mit 17 bereits vermarkteten Wohnungen errichten. Dafür muss der mal über 1200 Quadratmeter große Hochbunker weichen. Der aber ist hartnäckig. Als Rest steht immer noch eine knapp zehn Meter lange Mauer an der Ottostraße – direkt an dem stark beschädigten Mehrfamilienhaus Nummer 19. Hier stockt es laut Heßling zurzeit wegen der parallel laufenden Kanalsanierung durch das Tiefbauamt und die Stadtwerke.

In der Otto- und Lambertistraße werden für knapp eine Million Euro 350 Meter Mischwasserkanal, 440 Meter Hausanschlüsse und 2400 Quadratmeter Straße erneuert. Abbruch und Sanierung kommen sich ein Stück weit in die Quere. „Wenn der Bunker-Abriss wie geplant verlaufen wäre, wären die Maßnahmen nicht so nah aneinander geraten“, sagt der stellvertretende Tiefbauamtsleiter Gerhard Rüller. Es gebe aber keine größeren Probleme.

Der Bagger hat inzwischen an der Grundstücksseite zur Lambertistraße hin mit dem Abbrechen der dicken Bodenplatte begonnen. Dabei wird es erneut „Lockerungssprengungen“ geben, sagt Architekt Heßling – was bei den Anliegern Alarmstufe Rot auslöst. Denn bei früheren Sprengungen am Otto-Bunker waren die Fensterscheiben einiger Häuser zu Bruch gegangen.

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