Schützenhofbunker steht zum Verkauf
Bloß kein Chaos beim Abriss

Münster -

Gerade erst wurde der Ottobunker abgerissen, nun steht auch der Abriss des Schützenhofbunkers bevor. Die Anwohner befürchten, dass es dabei zu Problemen kommen könnte.

Sonntag, 29.04.2012, 19:04 Uhr

Schützenhofbunker steht zum Verkauf : Bloß kein Chaos beim Abriss
Vor dem Eingang des Schützenhofbunkers diskutieren die Anlieger mit Vertretern der CDU, ob sich ein Abrissdebakel wie an der Ottostraße hier vermeiden lässt. Foto: spe

Joachim Brüning sagt es am deutlichsten: „Der Bunker sollte bleiben!“ Weil er ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte ist. Weil hier während des Krieges viele Menschen durch einen Bombentreffer umgekommen sind. Und weil er in seiner ganzen schäbigen Pracht und Herrlichkeit in den vergangenen Jahren einen Zweck geradezu ideal erfüllte: als Probenraum für wenigstens 20 Bands.

Aber die Würfel sind gefallen, das ist auch Brüning ( CDU ), Mitglied der Bezirksvertretung Mitte, und den übrigen Anliegern klar. Das Bundesvermögensamt als Eigentümerin hat den Mietern zum 30. April gekündigt und bietet den Schützenhofbunker an der Hammer Straße / Ecke Wörthstraße zum Verkauf an. Es heißt, 600 000 Euro soll er wenigstens kosten. Der Abriss dürfte ein Vielfaches teurer werden.

Die Nachbarschaft jedenfalls sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Niemand hat ernstlich etwas gegen ein neueres, schöneres, zweckmäßigeres Gebäude an dieser Stelle einzuwenden. Aber alle haben genau die Zeitungsberichte über den Abriss des Bunkers an der Ottostraße verfolgt – wo offenbar schiefgegangen ist, was schiefgehen konnte. Das, so meinen alle, soll sich hier auf keinen Fall wiederholen.

Das sieht die CDU offenbar genauso. Deshalb lud sie die Nachbarschaft zu einem Gesprächstermin am Bunker ein – um zu hören, was Sache ist, und wo den Anwohnern der Schuh drückt. Der Bunker, meint Ratsherr Gilbert Hartmann, dürfe nicht zum Zankapfel der Nachbarschaft werden. Deshalb wolle man in dieser Sache auch das überparteiliche Gespräch suchen.

Vorschläge? Ein Frau meint, die Anlieger könnten sich zusammentun und den Bunker selbst kaufen – aber ihr ist wohl nicht klar, was der Laden kosten soll. Dann macht die Idee die Runde, der Bunker könnte ja erhalten bleiben und als Wohngebäude saniert werden. Wenn aber Abriss, dann zu eindeutigen Bedingungen: „Die Anwohner wollen ganz klar wissen, was genau wann passiert“, sagt Winfried Welter.

Die Stadt müsse während der ganzen Aktion ihren Einfluss geltend machen können – und im Zweifelsfall in die Verantwortung genommen werden.

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