Gewerkschaftler begehen Tag der Arbeit
Hunderte demonstrieren mit DGB am 1. Mai-Feiertag in Münster

Münster - Passend zum sommerlichen Wetter führte am 1. Mai-Feiertag die feurige Samba-Fußgruppe „Canarinhos“ mit Gute-Laune-Musik den Demonstrationszug des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) von der Zumsandestraße bis zur Kundgebung auf der gut gefüllten Stubengasse an. Dort wurden die Töne in den Festreden aber merklich ernster.

Dienstag, 01.05.2012, 16:05 Uhr

Gewerkschaftler begehen Tag der Arbeit : Hunderte demonstrieren mit DGB am 1. Mai-Feiertag in Münster
Passend zum sommerlichen Wetter führte am 1.Mai-Feiertag die feurige Samba-Fußgruppe „Canarinhos“ mit Gute-Laune-Musik den Demonstrationszug des DGB von der Zumsandestraße bis zur Kundgebung auf der gut gefüllten Stubengasse an. Foto: Peter Sauer

Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson kritisierte vor rund 500 Teilnehmern scharf, dass Banker und Hedgefonds-Manager ungeachtet der Finanzkrise weiter ungehindert ihren spekulativen Geschäften nachgingen. Es sei nicht in Ordnung, das diese horrende Gehälter bekämen, während in der Gruppe der Mindestlöhne um Centbeträge gestritten wird. Die Bürgermeisterin zeigte Lohndumping, Finanzhaien und sozialer Ungerechtigkeit die Rote Karte. Auch für die Leiharbeit hatte sie kein gutes Wort übrig. „Jedes sechste Arbeitsverhältnis in Münster ist befristet und läuft über die mittlerweile 48 Leiharbeitsfirmen in der Stadt.“

Spyros Marinos , Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Münster, warnte vor dem allgemeinen „Kaputtsparen“ um jeden Preis und vor immer weniger Solidarität, ob innerhalb der EU oder in den Mitgliedsländern selber. „Die Politik muss sich um Arbeitsplätze und gerechte Löhne kümmern“, forderte er, „und darf Griechenland oder Portugal nicht vergessen.“ Er erinnerte daran, dass in Griechenland bereits rund tausend Menschen aufgrund der Finanzkrise Selbstmord begangen hätten, darüber aber in Deutschland so gut wie gar nicht berichtet würde.

Frank Richter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW, forderte von der Politik „ein EU-Hilfspaket für Menschen und nicht für Banken“. Europa dürfe nicht mit Fiskalpakt und Schuldenbremse kaputt gespart werden. Die Opfer des Fiskalpakts seien die Beschäftigten und die sozial Benachteiligten, während die Reichen immer reicher würden - erst im Süden Europas und später auch in Deutschland.

Außerdem müssten Jugendarbeitslosigkeit und Altersarmut bekämpft werden. Kabarettist H.G. Butzko und der Zauberkünstler Frank Boss sorgten für kurzweilige Unterhaltung. Der DGB spendierte allen Besuchern leckere Erbsensuppe, die trotz sommerlicher Temperaturen auf große Nachfrage stieß.

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