Kinderuni schult kleine Religionsforscher
Warum darf man Gott nicht malen?

Münster -

Für Kinder scheint es ein Widerspruch zu sein. Man darf in vielen Religionen Gott nicht malen, trotzdem existieren jede Menge religiöse Darstellungen. Bei der Kinderuni erfuhren viele Acht- bis Zwölf-Jährige am Freitagnachmittag von Geschichtswissenschaftlerin Dr. Liliya Berezhnaya, was Kunstwerke in unterschiedlichen Kulturen ausdrücken.

Freitag, 11.05.2012, 18:05 Uhr

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  • Darf man Gott malen? Und wie wird Gott in den unterschiedlichen Religionen dargestellt? Die Kinder lauschten bei der Kinderuni im H1 den Ausführungen von Dr. Liliya Berezhnaya.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Darf man Gott malen? Und wie wird Gott in den unterschiedlichen Religionen dargestellt? Die Kinder lauschten bei der Kinderuni im H1 den Ausführungen von Dr. Liliya Berezhnaya.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Darf man Gott malen? Und wie wird Gott in den unterschiedlichen Religionen dargestellt? Die Kinder lauschten bei der Kinderuni im H1 den Ausführungen von Dr. Liliya Berezhnaya.

    Foto: Matthias Ahlke
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    Foto: Matthias Ahlke
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    Foto: Matthias Ahlke
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    Foto: Matthias Ahlke
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    Foto: Matthias Ahlke
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    Foto: Matthias Ahlke
  • Darf man Gott malen? Und wie wird Gott in den unterschiedlichen Religionen dargestellt? Die Kinder lauschten bei der Kinderuni im H1 den Ausführungen von Dr. Liliya Berezhnaya.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Darf man Gott malen? Und wie wird Gott in den unterschiedlichen Religionen dargestellt? Die Kinder lauschten bei der Kinderuni im H1 den Ausführungen von Dr. Liliya Berezhnaya.

    Foto: Matthias Ahlke

Das ist für Kinder ganz schön schwierig: Sie sollen an Gott glauben, ihn sich vorstellen, aber malen sollen sie ihn nicht – zumindest sagt das das zweite Gebot in der Bibel, in dem es heißt „Du sollst dir kein Gottesbild machen“. Warum es aber trotzdem in verschiedenen Religionen göttliche Darstellungen gibt, das erklärte gestern Nachmittag die Geschichtswissenschaftlerin der Uni Münster , Dr. Liliya Berezhnaya , während der Kinderuni .

Und sie beamte dafür jede Menge bildliche Darstellungen und Ausschnitte aus Filmen, in denen Kinder sogar Kontakt zu Gott aufnehmen, an die riesige Leinwand im größten Uni-Hörsaal am Schlossplatz . Jedenfalls verschaffte die Geschichtswissenschaftlerin auch vielen Eltern im Auditorium einen Überblick über die Auffassung zu diesem Thema in den einzelnen Religionen. Als Jude beispielsweise, erfuhren die Zuhörer, „darf man den Namen Gottes HWHY zwar schreiben, malen aber auf keinen Fall“. Im Hinduismus dürfen die vielen Götter abgebildet werden, im Buddhismus darf man nur Buddha, nicht jedoch Gott malen.

Und im Christentum? „Jeder soll sich Gott so vorstellen, wie er will“, so eine kleine Vorlesungsbesucherin. In der Bibel taucht Gott als Licht, Regen, Retter oder Freund auf. Die meisten Kinder, so auch die achtjährige Nina, stellen sich Gott als alten Mann mit langem Bart vor. Weil sie aber nicht glauben mag, „dass er irgendwo im Himmel auf einer Wolke sitzt“, ist sie mit ihrer Mutter („Wir hatten schon Grundsatzdiskussionen zu diesem Thema“) in die Kindervorlesung gekommen.

Am Ende weiß Nina, dass es in der evangelischen Kirche, der sie angehört, ein Bilderverbot gibt, die katholische Kirche indes Gott Vater, seinen Sohn, den heiligen Geist und viele andere Heilige sehr wohl darstellt. Allzu dogmatisch wird dies heute wohl nicht mehr gesehen. Nina: „Unser Pfarrer lässt uns auch Jesus-Comics ausmalen.“

Apropos Malerei. In der orthodoxen Kirche wird das Göttliche, anders als im realen Leben, aus ganz besonderer Perspektive gezeigt. Dr. Berezhnaya, die aus der Ukraine stammt, hatte zur Anschauung einige Ikonen mitgebracht.

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