Klaus und Brigitte Große Gehling sind überzeugte Wohnmobilisten
Pfingsten startet die Saison

Münster -

Wohin geht die Reise über Pfingsten? Diese Frage stellt sich bei Klaus und Brigitte Große Gehling nicht. Wie Bolle, der zu Pfingsten nach Pankow reiste, so packt das Ehepaar aus Hiltrup jedes Jahr zu Pfingsten seine Siebensachen ein – und fährt los. Pfingsten ist Reisezeit. Das Fest ist für viele Menschen Auftakt der Campingsaison. Brigitte (57) und Klaus (58) Große Gehling haben früher gezeltet, heute sind sie überzeugte Wohnmobilisten. Die Hausfrau und der Lacklaborant sagen: „Es gibt nichts Schöneres.“ Auch die beiden Töchter und Schwiegersöhne sind von dem Bazillus infiziert. Und in diesem Jahr ist erstmals Enkelin Lotta mit von der Partie. Mit den Wohnmobil-Fans sprach WN-Redakteurin Gabriele Hillmoth.

Sonntag, 27.05.2012, 14:05 Uhr

Klaus und Brigitte Große Gehling sind überzeugte Wohnmobilisten : Pfingsten startet die Saison
Brigitte und Klaus Große Gehling sind seit 25 Jahren begeisterte Wohnmobilisten. Immer wieder Pfingsten starten sie in die Sommersaison. Foto: Matthias Ahlke

Wohin geht die Reise zu Pfingsten ?

Brigitte Große Gehling: Wir treffen uns jedes Jahr mit Familie und Freunden an der Küste in Holland. Inzwischen sind Kinder und Enkel mit dabei. Wir waren mal 52 Teilnehmer bei diesem Treffen, das schon Tradition hat.

Seit wann sind Sie als Wohnmobilisten unterwegs?

Klaus Große Gehling: Am Anfang haben wir gezeltet. Früher war ich mit der Jugendgruppe der KJG im Zeltlager unterwegs. Im Sommer ging es dann ins Sauerland oder in die Eifel. Mit meinen beiden älteren Brüdern habe ich das Zelt bei einem Bauern am Kanal in Hiltrup aufgebaut.

Brigitte Große Gehling: Durch meinen Mann habe ich das Zelten kennengelernt. Irgendwann hatten Freunde von uns in Holland einen Wohnwagen stehen. Doch ein Wohnwagen kam für uns nicht infrage. Wir wollten unterwegs und mobil sein, darum das Wohnmobil.

Seit wann fahren Sie ein Wohnmobil?

Brigitte Große Gehling: 1987 haben wir uns das erste eigene Mobil gekauft. Ein Jahr zuvor hatten wir uns eins geliehen, um auszuprobieren, ob uns diese Reiseart überhaupt gefällt. Als die Kinder den Führerschein gemacht haben, wurde sofort das Fahren mit dem Wohnmobil geprobt.

Klaus Große Gehling: Wir hatten damals die Wahl. Entweder bauen wir ein Haus oder wir verreisen viel und leisten uns ein Wohnmobil. Darauf möchten wir heute nicht mehr verzichten.

Und sind Sie tatsächlich mit Ihrem Wohnmobil so mobil, wie Sie sich das gewünscht haben?

Brigitte Große Gehling: Mit den Kindern sind wir jede Ferien gefahren, auch im Winter. Es hält uns bis heute nie länger als zwei, drei Tage an einem Ort, dann müssen wir wieder weiter. Bis auf Portugal, Polen und Süditalien haben wir Europa gesehen. Mit dem Wohnmobil ist die Reise viel einfacher. Und mit den Kindern früher war die Reise etwas preiswerter.

Was ist das Besondere an Ihrem Urlaub?

Brigitte Große Gehling: Die Unabhängigkeit. Wir sind frei. Wir fahren ja auch mal ins Hotel, aber dann sind uns Frühstückszeiten vorgegeben oder Zeiten für das Abendessen. Wir dagegen können in unserem Wohnmobil länger schlafen, können so lange frühstücken wie wir wollen und haben keinen Zwang dabei. Wir genießen herrliche Aussichten wie beispielsweise an Traumplätzen in Finnland. Drei Meter hatten wir es dort bis zum See und hinter unserem Fahrzeug wuchsen Blaubeeren. Also gab es schnell mal einen Blaubeerpfannkuchen.

Können Sie den Urlaub, bei dem Sie Küche und Vorräte mitschleppen, genießen?

Brigitte Große Gehling: Wenn wir zu zweit unterwegs sind, dann gehen wir häufiger Essen. Meistens kaufen wir erst unterwegs ein. In Norwegen kann man beispielsweise sehr gut Krabben kaufen.

Gibt es ein Ziel, das Sie gerne ansteuern möchten?

Brigitte Große Gehling: Australien ist unser Traum. Unser Wohnmobil würden wir dann mit dem Schiff transportieren, um mehrere Wochen durch das Land zu reisen.

Was ist für Sie das Schönste bei einer Reise mit dem fahrbaren Untersatz?

Klaus Große Gehling: Wir können kurzentschlossen losfahren. Wir können aber auch einfach irgendwo stehen bleiben. In vielen Städten gibt es wunderbare Plätze für Wohnmobilisten. Nur in Münster nicht. Auf dem offiziellen Platz am Albersloher Weg möchte ich nicht stehen. Fürchterlich. Es gibt zwar Plätze auch am Mühlenhof in Münster, aber die haben weder Strom noch Wasser anzubieten. Münster könnte sich ein Beispiel an Lemwerder bei Bremen nehmen.

Brigitte Große Gehling: Wir haben öfter schon Touristen getroffen, die sagen, dass Münster für Wohnmobilisten in der Innenstadt nichts zu bieten hat. Dass die Wohnmobilisten auf dem Schlossplatz stehen, das wird nur geduldet und ist kein schöner Platz.

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