Pinkus braut neues Pils
Neue Biersorte deutlich herber als andere

Münster -

Das eigene Pils oder Altbier würde Braumeister Friedhelm Langfeld mit verbundenen Augen ja vielleicht noch herausschmecken können. „Bei den gängigen Biersorten der großen Brauereien aber müsste ich passen“, gibt der Ehemann von Barbara Müller, die in der sechsten Generation das Traditionsbrauhaus Pinkus Müller an der Kreuzstraße führt, offen zu.

Samstag, 26.05.2012, 17:05 Uhr

Pinkus braut neues Pils : Neue Biersorte deutlich herber als andere
Braumeister Friedhelm Langfeld präsentiert das „Pinkus Extra“. Das neue Pils der Traditionsbrauerei aus dem Kuhviertel schmeckt deutlich herber als andere. Foto: Matthias Ahlke

Zu sehr habe sich der Geschmack von Krombacher, Warnsteiner, Veltins & Co. in den vergangenen Jahrzehnten angepasst. „Viele Biere haben sich vereinheitlicht und sind damit austauschbarer geworden“, bedauert der studierte Diplom-Ingenieur. Nur so lasse sich der Massengeschmack bedienen. Auch das Pils von Pinkus sei lieblicher geworden, räumt Langfeld ein. Dabei gebe es gerade in Münster viele Männer, die ein herberes Pils „als schöne Abwechselung“ schätzen würden. Aus diesem Grund ist der Braumeister im Januar in den historischen Gewölbekeller von Münsters einziger Brauerei herabgestiegen und hat dort aus Wasser, Malz und 50 Prozent mehr Aroma-Hopfen als sonst üblich ein neues Pils kreiert, das mit rund 40 Bittereinheiten deutlich markanter als andere schmeckt. „Es war schon lange mein Traum, ein Bier mit einer herberen Note zu brauen“, verrät Langfeld. Plopp – der Braumeister öffnet die hübsche Bügelflasche mit einem lauten Zischen und gießt das kräftig goldene Pils in ein Glas. Voilà, das „Pinkus Extra“! So heißt die neue Sorte. Sie lagerte drei Monate in den kühlen Tanks des Brauhauses. Zwei Sude wurden miteinander gemischt, im Mai sind die ersten 20 000 Liter in Flaschen gefüllt worden. Das Ergebnis ist ganz nach dem Geschmack des Braumeisters. „Es schmeckt wie ein typisches Pils. Es ist kräftig, würzig, hat eine angenehme, deutlich bittere und ausgeprägte Hopfenblume“, sagt er. Und das bei 12,5 Prozent Stammwürze und einem Alkoholgehalt von 5,3 Prozent. Aus dem Hahn fließt das „Extra“ bei Pinkus noch nicht. „Wir hatten keinen mehr frei“, zuckt Langfeld angesichts der nunmehr 14 Biersorten im Brauhaus Pinkus mit den Schultern. So wird das Pils mit dem grünen Etikett, das Pinkus Müller auf einer historischen Aufnahme im alten Lagerkeller zeigt, vorerst in der Flasche (0,5 Liter) serviert. „Das Etikett ist deshalb grün, weil der Hopfen grün ist. Und davon ist im ,Pinkus Extra‘ reichlich drin“, verspricht der Braumeister.

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