Spektakuläre Aktion auf dem Kanal
Kletteraktivisten auf freiem Fuß - Cécile Lecomte droht Strafanzeige

Münster -

Münster. „Die Dame ist bekannt“, sagt Polizeisprecherin Evelin Kösters. Cécile Lecomte war nach ihrer spektakulären Brückenkletteraktion gestern auf dem Weg in ihre Heimat Lüneburg. Pfingstmontag hatte sie sich mit einem weiteren Aktivisten von Robin Wood unter die Kanalbrücke an der Wolbecker Straße gehängt. Auf diese Weise stoppte sie ein Binnenschiff, das zwei 160 Tonnen schwere Dampferzeuger aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim transportierte.

Dienstag, 29.05.2012, 20:05 Uhr

Die Wasserschutzpolizei holte zwei Aktivisten aus ihrer Schwebeposition.
Abseilaktion am späten Abend: Die Wasserschutzpolizei holte zwei Aktivisten aus ihrer Schwebeposition. Foto: Claus Röttig

Bis spät in den Abend machte die Französin Faxen, ließ sich nicht auf die Angebote der Polizei ein, nach oben zu klettern. Der Kapitän des Binnenschiffes „Edo“ nahm es gelassen: „Es passiert nichts.“ Gegen 22.40 Uhr kam Bewegung in Situation. Ein Kombi mit Bielefelder Nummernschild und einem Blaulicht auf dem Dach stand bei den Einsatzkräften. Muskelbepackte Männer stiegen aus, sprachen mit den Beamten, die den Fußgängerweg absperrten.

Dann ging alles schnell: Ein Beamter seilte sich zu Lecomte ab, das Boot der Wasserschutzpolizei fuhr unterhalb der Kletterin. Auch für ihren Mitstreiter war in diesem Augenblick die Aktion vorbei. Vor einigen Monaten hatte sich Lecomte unter eine Eisenbahnbrücke gehängt.

Aktivisten blockieren Atommüll-Transport in Münster

Damals wurde sie vor Gericht freigesprochen. Sie lebt von politischen Aktionen, Vorträgen und Kletterkursen: „Da kann man mal den Konzernen aufs Dach steigen.“ Nun droht ihr erneut Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr. Die 30-jährige Französin hat nach ihren Angaben an einem Dutzend Blockade-Aktionen teilgenommen. Gegen sie sollen deshalb acht Strafverfahren laufen.

Protest gegen Atommüll-Transport am Dortmund-Ems-Kanal

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  • Nachdem das Schiff sechs Stunden lang an der Weiterfahrt gehindert wurde, wird die Blockade aufgelöst.

    Foto: Claus Röttig
  • Polizisten seilen sich ab um die Blockade aufzulösen.

    Foto: Claus Röttig
  • Die Polizei beendet die Protestaktion.

    Foto: Claus Röttig
  • Auch ein Polizeischiff ist im Einsatz.

    Foto: Claus Röttig
  • Ein Polizist seilt sich ab um den Protest zu beenden.

    Foto: Claus Röttig
  • Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ist im Einsatz.

    Foto: Claus Röttig
  • Gegen 23 Uhr löst die Polizei die Blockade auf.

    Foto: Claus Röttig
  • Der mit Pumpen und Dampferzeugerteilen beladene Frachter. Im Hintergrund die Blockade an der Kanalbrücke Wolbecker Straße.

    Foto: Jan Hullmann
  • Durch die Blockade wird der Frachter (hier im Vordergrund) sechs Stunden an der Weiterfahrt gehindert.

    Foto: Jan Hullmann
  • Blockade der Aktivisten

    Foto: Jan Hullmann
  • „Mit unserer Aktion wollen wir ein Zeichen gegen Atommülltourismus setzen“, so einer der Aktivisten.

    Foto: Jan Hullmann
  • Mit dieser Hängeblockade gelingt es den Aktivisten den Transport aufzuhalten

    Foto: Jan Hullmann
  • Dieser Frachter sollte an der Weiterfahrt gehindert werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Aktivisten der Organisation „Robin Wood“ protestieren gegen den Transport von Atommüll auf dem Kanal.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Aktivisten blockieren die Kanalbrücke an der Wolbecker Straße.

    Foto: Matthias Ahlke
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