„Stolz, ein Kapuziner zu sein“
Tag der offenen Kloster

Münster -

Am Samstag öffneten 60 Einrichtungen im Bistum Münster ihre Pforten. Im Kapuzinerkloster war bereits um 10 Uhr der Andrang so groß, das kurzfristig eine zweite Führung parallel angeboten wurde. Im Chorraum berichtet Bruder Philip vom Tagesablauf der 40 Kapuziner, die sich gerne auf ein Bier im Rekreationsraum treffen.

Montag, 07.05.2012, 06:05 Uhr

„Stolz, ein Kapuziner zu sein“ : Tag der offenen Kloster
Die Besucher staunten über die 200 000 Bücher starke Bibliothek der Kapuziner. Bruder Philip (l.) beantwortete Fragen aus dem Alltagsleben des Ordens. Foto: Peter Sauer

„Ins Kloster gehe ich auf keinen Fall!“ Da war sich Philip sicher. Doch dann begeisterte sich der 21-Jährige für Leben und Wirken des Heiligen Franziskus und trat dem Kapuzinerorden bei. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet er jetzt im Kloster. Das alles erzählt Bruder Philip in brauner Kutte und barfuß in Sandalen beim Tag der Offenen Klöster. Am Samstag öffneten 60 Einrichtungen im Bistum Münster ihre Pforten. Im Kapuzinerkloster war bereits um 10 Uhr der Andrang so groß, dass kurzfristig eine zweite Führung parallel angeboten wurde. Im Chorraum berichtet Bruder Philip vom Tagesablauf der 40 Kapuziner, die sich gerne auf ein Bier im Rekreationsraum treffen. Einladend wirkt der lichtdurchflutete Speisesaal mit Blick auf den Garten. „Bruder Konrad kämpft unerbittlich gegen die Hasen“, witzelt Bruder Philip.

In der Bibliothek staunen die Besucher: 200 000 Bücher stehen in den meterhohen Regalen. Auch die Pflegestation überrascht. Jüngere Kapuziner kümmern sich dort um ältere Brüder. „Das System ist besser als bei vielen Familien außerhalb der Klostermauern“, lobt eine Besucherin spontan. Im Tafelraum hängen die Kapuziner gerne ein paar Bilder ab und schauen mit dem Beamer Filme.

Auch öffnet der Theologiestudent Philip sein eigenes „Heiligtum“, seine Stube mitsamt Hochbett. Einziger Unterschied zu einem herkömmlichen Studentenzimmer sind die religiösen Motive an den Wänden.  

„Wir Kapuziner gehen auch gerne aus, etwa ins Theater oder ins Kino“, beantwortet Bruder Philip die Fragen der Besucher. Dann aber ohne Kutte, die er kurz hochzieht. Und da kommt dann eine „weltliche Jeans“ zum Vorschein. „Wenn ich zur Uni gehe, dann mache ich mir aber immer den Spaß, das in Kutte zu tun. Vor allem aber auch deshalb, weil ich stolz bin, ein Kapuziner zu sein.“

Und dazu hat er, darüber sind sich alle Teilnehmer seiner Führung am Ende einig, auch wirklich allen Grund.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/723024?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F738953%2F
Nachrichten-Ticker