Verbraucherzentrale warnt
Ominöses Schreiben wirbt für vermeintliche Gewinnübergabe

Münster -

Möchte jemand freiwillig um 4.55 Uhr frühmorgens am Bahnhof stehen und auf einen Bus warten? Natürlich nicht. Und was ist, wenn es dabei um viel Geld geht – um 955,08 Euro? Da kommt der eine oder andere vielleicht doch ins Grübeln. Verständlich.

Dienstag, 15.05.2012, 16:05 Uhr

Verbraucherzentrale warnt : Ominöses Schreiben wirbt für vermeintliche Gewinnübergabe
Dieses Schreiben sollte man nur mit spitzen Fingern anfassen – oder gleich in den Papierkorb werfen, rät die Verbraucherzentrale. Foto: spe

Zurzeit bekommen viele Münsteraner Post von der „Sozietät Hans-Peter Klein & Kollegen“ aus Düsseldorf . Hans-Peter Klein versichert darin allen Empfängern mit freundlichen Grüßen, dass man ihnen 955,08 Euro auszuzahlen bereit sei. Vorausgesetzt, die Empfänger steigen zu bestimmter Stunde in einen Reisebus ein. Dann winken nicht nur 955,08 Euro, sondern auch ein Frühstück, ein Imbiss, ein Flachbildfernseher, ein „wunderschönes Rahmenprogramm“ und ein Getränk. Persönliches Erscheinen immer vorausgesetzt . . .

Hier geht es um Abzocke, da ist sich Simone Weinke von der Verbraucherzentrale an der Aegidiistraße ganz sicher. „Immer dann, wenn die Auszahlung eines Gewinns an eine Bedingung geknüpft ist, gehört so ein Schreiben in den Papierkorb“, sagt sie. Hinter der ganzen Aktion steckt nichts als eine Verkaufsveranstaltung. Wer sich darauf einlässt, wird an einen Ort im Nirgendwo gekarrt und dann mehrere Stunden lang raffiniert unter Druck gesetzt, überflüssigen Krempel für viel Geld zu kaufen.

Simone Weinke warnt: „Ein schöner Tag wird das nicht.“ Die Methode ist ein alter Hut. Nur die Sozietät aus Düsseldorf als Absenderin war der Verbraucherschützerin unbekannt. Kein Wunder, die „Sozietät Hans-Peter Klein & Kollegen“ gibt es gar nicht. Die Adresse in Düsseldorf ist falsch, die Vorwahl ist die von Nürnberg , die Telefonnummer führt ins Leere. Ist sowas nicht Betrug? Simone Winke seufzt. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen reichen nicht aus, solchen Leuten das Handwerk zu legen . . .“

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