Verspätete Sommersaison für Gärtner
Die Eisheiligen und die Kalte Sophie

Sommerblumen pflanzen oder abwarten, das war in den vergangenen Tagen für Hobbygärtner die spannende Frage. Denn die Eisheiligen standen noch bevor. Die Eisheiligen, die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai, machten in der Tat ihrem Namen nach langer Zeit wieder alle Ehre. Pünktlich sorgten Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius für Abkühlung. Die letzte Eisheilige ist heute die Kalte Sophie.

Dienstag, 15.05.2012, 18:05 Uhr

Frostempfindliche Pflanzen wurden in den vergangenen Tagen im Botanischen Garten sicherheitshalber nachts abgedeckt.
Frostempfindliche Pflanzen wurden in den vergangenen Tagen im Botanischen Garten sicherheitshalber nachts abgedeckt. Foto: Matthias Ahlke

Die Eisheiligen als Faustformel ernstnehmen

„Trotzdem sollte das Wetter noch beobachtet werden“, rät Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann . In den vergangenen Jahren seien die Gärtner immer belächelt worden, wenn sie auf die Eisheiligen aufmerksam gemacht hätten, sagt Dahlmann. Zunehmend wurden schon Ende April Blumen gekauft. Dabei gelten von jeher die Eisheiligen als Faustregel für die Balkonbepflanzung.

Im botanischen Garten werden die Blumen über Nacht noch zugedeckt

Selbst im Botanischen Garten war das Team in diesem Jahr flott dabei, um die Blumen aus den Gewächshäusern nach draußen zu befördern. Die eine oder andere Pflanze, sagt der Technische Leiter, Herbert Voigt , sei darum vorsichtshalber nachts mit Vlies abgedeckt worden. Ein bisschen mutig sei es wohl gewesen, die Bananen auszupacken. Dennoch befürchtet Voigt keine Schäden.

Weniger Obst in diesem Jahr und trortdem gute Geschäfte für Gärtner

Der Experte rechnet aufgrund der Kälte damit, dass es in diesem Jahr allgemein weniger Obst geben wird, weil die Bienen nicht so richtig fliegen konnten. Auch die Rapsfelder seien verspätet aufgeblüht. „Was wir jetzt brauchen, ist ein schönes Hochdruckgebiet und eine stabile Wetterlage“, wünscht sich Martin Dahlmann. Für die Kunden sei das Wetter bisher eher vorteilhaft gewesen, denn viele Stiefmütterchen und Bellis stünden noch traumhaft schön in den Kübeln. Sobald es wärmer wird, schießen die Frühlingsblüher aber in die Höhe. Und auch für sie als Gärtner sei die Kühle angenehm, beschere sie ihnen doch eine längere Saison. Denn sobald es heiß ist, sei der Verkauf der Sommerblumen innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeschlossen.

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