Geplanter Abriss des Schützenhof-Bunkers sorgt für Unmut
Dicker Beton – großer Widerstand

Münster -

Der Schützenhof-Bunker steht unmittelbar vor dem Verkauf. In der Nachbarschaft wächst die Befürchtung, dass der Abriss dicker Betonwände zu einer Belastung des Quartiers wird.

Mittwoch, 13.06.2012, 06:06 Uhr

Geplanter Abriss des Schützenhof-Bunkers sorgt für Unmut : Dicker Beton – großer Widerstand
Der ehemalige SPD-Ratsherr Winfried Welter demonstriert, wie dick die Betonwände am Schützenhof-Bunker sind. Viele Anwohner im dicht besiedelten Geistviertel befürchten, dass der geplante Abriss des Bunkers zu einer Belastung für das Viertel wird. Foto: Oliver Werner

Glaubt man Norbert Stahl , Verkäufer bei der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), dann stehen die Investoren regelrecht Schlange, um den alten Schützenhof-Bunker zu erwerben. „Wir verhandeln gerade mit dem Höchstbietenden.“ Der Verkauf sei nur noch eine Frage von Wochen.

Glaubt man indes dem ehemaligen SPD-Ratsherrn Winfried Welter , dann sollte sich jeder Investor den Ankauf genau überlegen.

Welter ist Anwohner der unmittelbar angrenzenden Wörthstraße und aktiv in einer Bürgerinitiative, die demnächst offiziell aus der Taufe gehoben werden soll. Aufgeschreckt durch die sehr negativen Erfahrungen der Anwohner beim Abriss des Bunkers an der Ottostraße haben die Nachbarn im Bereich Hammer Straße , Wörthstraße und Straßburger Weg bereits Geld gesammelt und die Rechtsanwaltskanzlei Baumeister mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. „Wir sind vorbereitet“, beschreibt Welter die aktuelle Situation.

Geplant ist, dass der historische Bunker abgerissen und durch eine Wohnbebauung ersetzt wird. Angesichts des knappen Wohnraums in Münster und der zentralen Lage des Schützenhof-Areals im Geistviertel sehen Immobilienexperten sehr gute Vermarktungschancen für das Grundstück, das sich derzeit noch im Eigentum des Bundes befindet. Der von vielen Anwohnern geforderte Erhalt des Bunkers und seine weitere Nutzung als Probenzentrum für Musikbands ist damit sehr unwahrscheinlich.

Gleichwohl fordern die Nachbarn für den Fall eines Abrisses strikte Auflagen, so etwa einen Ersatz für den unmittelbar neben dem Bunker befindlichen Kinderspielplatz.

Darüber hinaus besteht die große Befürchtung, dass die mit dem Bunkerabriss verbundenen Erschütterungen den in unmittelbarer Nähe befindlichen Abwasserkanal aus den 1930er Jahren beschädigen könnte.

Welter und sein Mitstreiter Egon Kuhl fordern deshalb nicht nur für alle benachbarten Häuser, sondern auch für die Infrastruktur ein Beweissicherungsverfahren. Ein noch drängenderer Wunsch geht an die Adresse der Stadtverwaltung: Sie soll einen Bebauungsplan für das Areal erstellen.

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