Bewerbung um Kulturerbe-Siegel
Jetzt versucht es Münster bei der EU

Münster -

Weltkulturerbe wird der Prinzipalmarkt vorerst nicht. Nun will ihn die Stadt ins Rennen um das Europäische Kulturerbe-Siegel schicken.

Mittwoch, 04.07.2012, 11:07 Uhr

Bewerbung um Kulturerbe-Siegel : Jetzt versucht es Münster bei der EU
Der Altstadtbogen, das Rathaus und Lambertikirche werden in das Rennen um das EU-Kulturerbe-Siegel geschickt. Foto: Oliver Werner

Der nach dem Krieg wiederaufgebaute Prinzipalmarkt als Unesco-Weltkulturerbe – dieser Traum ist (vorerst) geplatzt. Nun versucht Münster , wenigstens an das Europäische Kulturerbe-Siegel zu kommen. „Die Chancen stehen gut“, glaubt Stadtdenkmalpflegerin Marlies Voss – eine Unesco-Fachjury habe Münster ausdrücklich ermuntert, sich um das EU-Siegel zu bewerben.

Mit drei Gebäuden im Rennen

Im besten Fall darf sich Münster nach der noch nicht terminierten Siegelvergabe sogar über drei Auszeichnungen freuen. Die Stadt schickt nämlich nicht nur den Altstadtbogen von Rothenburg bis Spiekerhof ins Rennen, der für einen Mittelweg zwischen strenger Rekonstruktion und radikaler Neuplanung steht. Von der Kultusministerkonferenz ist zudem die Lambertikirche als eine von 19 „Stätten der Reformation“ vorgeschlagen worden. Und zusammen mit dem Rathaus von Osnabrück soll auch das münsterische Rathaus auf die Bewerbungsliste gesetzt werden.

Gut für das städtische Image

Warum das alles? „Ein solches Siegel ziert“, ist Stadt-Sprecher Joachim Schiek überzeugt. Schließlich werde es nur an Städte vergeben, die ein europaweites Alleinstellungsmerkmal vorweisen können. „Das EU-Siegel“, schwärmt Schiek, „ist allererste Sahne.“

Von den positiven Folgen für das Image der Stadt ganz zu schweigen: „Das Siegel würde sich natürlich auch positiv auf den Tourismus auswirken“, glaubt Marlies Voss.

„Auszeichnungen wie das EU-Siegel sind ein weicher Standortfaktor. Münster könnte sich international ganz anders als Reiseziel positionieren.“

Marlies Voss

Doch es gehe nicht nur darum, noch mehr Hotelbetten zu füllen. Nachdem der Wiederaufbau des Prinzipalmarktes lange belächelt wurde, folgen heute immer mehr Städte diesem Beispiel und rekonstruieren verloren geglaubte historische Substanz. „Münster könnte da eine Menge Lehrreiches bieten“, sagt Voss.  

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