Diskussion um Promillegrenze
„Radler bei 1,1 Promille aus dem Verkehr ziehen“

Münster -

Der Bundesvorsitzender der Polizeigewerkschaft GdP und Polizeipräsident Wimber machen sich für eine Senkung der Promillegrenze für Radfahrer stark.

Freitag, 13.07.2012, 07:07 Uhr

Diskussion um Promillegrenze : „Radler bei 1,1 Promille aus dem Verkehr ziehen“
GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut (M.) mit Polizeipräsident Hubert Wimber (l,). Foto: kal

Aktuell gelten Radfahrer als fahruntüchtig, wenn ihr Blutalkoholgehalt über 1,6 Promille liegt: Wer dann erwischt wird, muss nicht nur eine Geldstrafe zahlen, sondern auch zum „Idiotentest“, zudem werden sieben Punkte im Verkehrszentralregister fällig. „Experten haben längst nachgewiesen, dass niemand mehr bei 1,6 Promille in der Lage ist, Fahrrad zu fahren“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut . Zusammen mit dem münsterischen Polizeipräsidenten Hubert Wimber unterstützt er daher die Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, die Promillegrenze zur Fahruntüchtigkeit bei Radfahrern auf 1,1 Promille zu senken. Sie würden damit Autofahrern gleichgestellt.

„Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, gefährdet sich und andere“, betonte Wimber gestern anlässlich des Besuches von Witthaut in Münster. „Der Spaß hört da auf, wo Verkehrsteilnehmer nicht mehr in der Lage sind, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen“, ergänzte der GdP-Bundesvorsitzende. Die beiden forderten zudem, für Promille-Werte unter 1,1 einen Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand einzuführen. „Wir brauchen diese Sanktionierungsebene, um schon vor dem Begehen einer Straftat deutlich zu machen: Radfahren ist kein Kavaliersdelikt“, unterstrich Wimber.

Witthaut sprach sich zudem dafür aus, darüber nachzudenken, in Deutschland eine Ausweis-Mitführ-pflicht einzuführen. So könne verhindert werden, dass ein Unfallverursacher einen falschen Namen angibt und anschließend unerkannt verschwindet. Nicht anfreunden konnten sich Wimber und Witthaut mit der immer wieder diskutierten Anregung, Fahrräder mit Kennzeichen zu versehen, um Vergehen besser ahnden zu können. „Der Bürokratieaufwand wäre zu groß“, glaubt Wimber. Die Bemühungen der münsterischen Polizei sowie der Stadtverwaltung, die hohen Unfallzahlen zu senken, bezeichnete der GdP-Vorsitzende als „vorbildlich“.

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