Renaturierung
Die Aa wird schief gewickelt

Münster -

Die Aa wird wieder ganz die alte. Auf einem 2,6 Kilometer langen Fluss-Abschnitt soll der Zustand des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt werden. Die Stadt will sich damit künftige Reinigungskosten ersparen.

Mittwoch, 11.07.2012, 07:07 Uhr

Renaturierung : Die Aa wird schief gewickelt
Noch fließt die Aa bei Haus Kump schnurgerade Richtung Aasee. Foto: spe

Kerzengerade, tief und unkompliziert. So wollte man kurz nach dem Krieg das Flussbett haben. Die Aa wurde ausgekoffert, mit einem trapezförmigen Profil versehen und mit Bauschutt stabilisiert. Und heute gibt die öffentliche Hand Riesensummen aus, um das Ganze wieder rückgängig zu machen .. .

So soll die Aa wieder aussehen

Michael Grimm hört das nicht so gerne. Die Entscheidungen der Nachkriegszeit seien aus damaliger Sicht verständlich gewesen, sagt der Leiter des Tiefbauamts. Es ging um Hochwasserschutz , also möglichst glatten Abfluss. Und außerdem wollte man jede nur denkbare Fläche für die Landwirtschaft gewinnen. Heute allerdings sei es viel wichtiger, Münsters bedeutendstes Fließgewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Schon, um sich künftig die Kosten für Reinigung und Entschlammung zu ersparen.

Das bedeutet vor allem: Der bislang kanalisierte Fluss wird deutlich länger. Es soll nämlich ungefähr das alte Flussbett wiederhergestellt werden, wie es sich auf Karten des 19. Jahrhunderts noch gut nachvollziehen lässt. Die Aa wird sich also künftig drehen und winden, die alten Befestigungen werden entfernt, die Landwirtschaft wird durch breite Uferrandstreifen auf Abstand gehalten.

Schwierige Arbeit in einem sehr sensiblen Bereich

Mitte der 90er Jahre war bereits ein 800 Meter langes Teilstück der Aa zwischen Haus Kump und Aasee renaturiert worden. Vorbildhaft sei das gewesen, schwärmen Michael Grimm und der Gewässerfachmann Thomas Wermers – hier hätten sich seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Jetzt will man noch einen draufsetzen, und den Hauptstrom der Aa an dieser Fläche vorbeileiten, damit das Wasser den Aasee etwas kühler erreicht. So sollte das Blaualgenproblem etwas besser in den Griff zu bekommen sein.

Das wird wohl eine schwierige Arbeit in einem sehr sensiblen Bereich werden, räumen die beiden Fachleute ein – schon weil der Wall, der Fließ- und Stillgewässer trennt, quasi im Schlamm errichtet werden muss. Die Bauleute brauchen also eine relativ stabile Schönwetterlage im August und September.

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