Reservefläche an der Nieberdingstraße
Traum vom neuen Preußen-Stadion

Münster -

Die Preußen kicken aktuell an der Hammer Straße, doch parallel hält die Stadt – planerisch – einen Stadionstandort an der Nieberdingstraße parat. Das geht einher mit einer Veränderungssperre für das Quartier.

Freitag, 27.07.2012, 06:07 Uhr

Reservefläche an der Nieberdingstraße  : Traum vom neuen Preußen-Stadion
Sollten die Drittligisten des SC Preußen einmal in Richtung Bundesliga marschieren, gäbe es an der Nieberdingstraße (straffierte Fläche) Platz für ein neues Stadion. Bis dahin gilt für den Bereich eine Veränderungssperre. Foto: Grafik: J. Christ

Torjubel im alten Preußen-Stadion , lange Schlangen vor den Kassenhäuschen an der Hammer Straße – wenn sich an diesen Bildern in absehbarer Zeit nichts ändert, sind Getränkehändler Uwe Lappe und die Anwohner der Nieberdingstraße richtig froh. Denn solange die Preußen-Profis in Berg Fidel kicken, muss an der Nieberdingstraße niemand das Feld räumen.

Der städtische Flächennutzungsplan

Seit Jahren ist der Bereich Nieberdingstraße im Flächennutzungsplan ausgewiesen als Standort für ein (mögliches) neues Bundesligastadion. Auch wenn an der Hammer Straße inzwischen eine neue Tribüne gebaut wurde und die Preußen pünktlich zur neuen Saison eine neuen Rasenplatz erhalten haben, so sieht Stadtdirektor Hartwig Schultheiß keinen Grund, den gültigen Flächennutzungsplan zu ändern: „Eine Stadt mit fast 300 000 Einwohnern ist gut beraten, einen Standort für ein modernes Fußballstadion vorzuhalten.“

Unmittelbare Auswirkungen haben die Bestimmungen des Flächennutzungsplanes nicht, mittelbare aber schon. Sprich: Es gilt eine Veränderungssperre . Das heißt, dass alle bestehenden Gebäude genutzt, aber keine neuen gebaut werden dürfen.

Uwe Lappe macht keinen Hehl daraus, dass er „indirekt durch die Veränderungssperre“ geschützt wird. Das von Lappe gepachtete Areal ist Teil eines Gewerbehofes mit insgesamt 15 Betrieben. Gäbe es die Veränderungssperre nicht, wäre das verkehrsgünstig gelegene Areal „sicherlich interessant für einen Großinvestor“.

Vermarktungsdruck der Stadt?

Zumindest könnte es für einen Großinvestor interessant werden. Der Grund: Der Bund als wichtigster Nutzer des Areals zieht sich spätestens bis 2015 zurück. Nach Auskunft von Uwe Stettler, Chef des Kreiswehrersatzamtes an der Nieberdingstraße, wird das Gebäude der sich auflösenden Behörde im kommenden Jahr an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) zurückfallen, im Jahr darauf der benachbarte Berufsförderungsdienst der Bundeswehr. Die Gebäude dürfen neu vermietet werden, nicht aber neu überplant.

Wird also möglicherweise ein attraktives Investitionsvorhaben durch die Stadionoption unterdrückt? Stadtdirektor Schultheiß widerspricht heftig: Von einem Vermarktungsdruck an der Nieberdingstraße könne keine Rede sein: „Es gibt noch so viele Freiflächen im Hafenbereich . . .“

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