Traumhafte Rekordsaison
Im Gasometer ist der Theater-Vorhang gefallen

Münster -

Sonntag – letzter Aufführungstag für den Sommernachtstraum im Gasometer. Das Finale des bisher ambitioniertesten Projekts des Wolfgang-Borchert-Theaters war wieder so ein Tag, an dem Anna Wallitzer zaudernd auf die Wetterkarte gucken musste.

Dienstag, 10.07.2012, 12:07 Uhr

Traumhafte Rekordsaison : Im Gasometer ist der Theater-Vorhang gefallen
Glanzvolles Ende jeder Vorstellung des Sommernachtstraums: Am Gasometer wurde ein Feuerwerk gezündet. Foto: Frederik Füchtenbusch

Münster - Die 46. und letzte Vorstellung des Sommernachtstraums war jedenfalls wieder ein Tag für die Regencapes. Wetterbeobachtung war eine der Aufgaben für Anna Wallitzer , Dramaturgin des Borchert-Theaters. 10 000 der durchsichtigen Regenumhänge hatte das Theater geordert – und immer wenn Feuchtigkeit von oben drohte, wurden vor der Vorstellung Capes verteilt. „Das hat locker gereicht“, atmete Wallitzer nach der letzten der Vorstellungen der wettertechnisch durchwachsenen Aufführungswochen seit dem 4. Mai auf. Es war ohne Zweifel für Anna Wallitzer die bislang „spannendste Inszenierung“, sagt die Dramaturgin – und erinnert sich an zahlreiche Höhepunkte:

Die mit Abstand nasseste Vorstellung fand am Abend des 21. Juni statt – da prasselte der Regen schon im ersten Akt auf Schauspieler und Zuschauer, es schlug die großes Stunde der Capes. Als der mächtige Schauer aufhörte, zog zur Entschädigung ein wunderbarer Regenbogen über dem Rund des Gasometers auf und lieferte extra-tolles Theater-Licht.

Die kühlste Vorstellung gab es gleich zum Sommernachtstraum-Beginn im Mai: Frostige sechs Grad zeigte das Thermometer. Da freuten sich die Zuschauer über die von den Stadtwerken gesponserten Decken ganz besonders. So richtig lauschig warm wurde es erst um Pfingsten und dann noch mal ab Anfang Juli.

Die größte Improvisationsleistung vollbrachten die „Handwerker“ im Sommernachtstraum, als einmal der Eselskopf, der in „Zettels Traum“ hinter einem Busch versteckt, von den Schauspielern hervorgezogen wurde, einfach fehlte. Während „Puck“ fieberhaft und schließlich erfolgreich nach der Requisite suchte, erweiterten die „Handwerker“ kurzerhand ihren Part. Wallitzer: Kaum ein Zuschauer hat‘s gemerkt.

Sommernachtstraum gegen Heavy Metal: Die lauteste Vorstellung war am 9. Juni, als nicht weit vom Gasometer das Musik-Festival „Vainstream“ am Hawerkamp über die Bühne ging. „Die Schauspieler mussten extra-laut sprechen“, erinnert sich Wallitzer.

Trotz allabendlicher Schlammbäder und Wasserschlachten auf der Bühne, die die Schauspieler komplett durchnässten – krank wurde aus dem ganzen Ensemble nur Florian Bender. Seine Rolle übernahm an einem Aufführungstag spontan Intendant Meinhard Zanger.

Die traurigste Szene fand schon vor der Premiere statt: Richtige Tränen flossen in einer Warteschlange beim Kartenverkauf, erzählt Anna Wallitzer, eine Frau habe ehrlich geweint, als sie keine Eintrittskarte mehr bekam. Am Ende haben 20 299 Zuschauer das Spektakel gesehen, alle Vorstellungen waren ausverkauft.

Ein Höhepunkt für sich ist die traumhafte Auslastung, die das Borchert-Theater in dieser Saison erreicht hat. Denn nicht nur der Sommernachtstraum war ausverkauft, auch die meisten der Vorstellungen im Theater am Hafen. 41 000 Zuschauer insgesamt – „eine absolute Rekordsaison“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1005136?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F1164156%2F
B 54 jetzt in beide Richtungen gesperrt
Bauarbeiten im Kreis Steinfurt: B 54 jetzt in beide Richtungen gesperrt
Nachrichten-Ticker