Freizeitvergnügen am Kanal
Schwimmen ist erlaubt - Brückenspringen verboten

Münster -

Wenn der Sommer ernst macht, zeigt das Kanalufer, was es kann. In den hochsommerlichen Tagen verwandelt es sich vor allem am Prozessionsweg in ein großes Freibad. Als wollten die Münsteraner Abschied nehmen von einem Naherholungsgebiet, das in den kommenden Jahren der Kanalerweiterung zum Opfer fällt.

Mittwoch, 15.08.2012, 12:03 Uhr

Das Luftbild beweist: Es wird auch viel geschwommen. Und zwar auch in unmittelbarer Nähe der Schiffe und Boote. Da stellt sich erneut die Frage: Wie gefährlich ist dieses Freizeitvergnügen eigentlich – und wie zulässig?

Brückenspringen ist verboten

Eigentümerin des Kanals ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Und die hat schon vor Jahren die offizielle Sprachregelung herausgegeben: „Grundsätzlich tolerieren wir das Baden.“ Verboten ist es ausdrücklich, unter Straßenbrücken und vor der Schleuse zu schwimmen, von Brücken zu springen oder sich von Schiffen fortziehen zu lassen.

Und das, bestätigt Christian Seidel von der Wasserschutzpolizei am Wilhelmshavenufer, werde zurzeit gründlich kontrolliert: „Das ist jetzt unsere Hauptaufgabe.“ Die Wasserschutzpolizei sei bei schönem Wetter mit Zivilstreifen am Ufer unterwegs und achte sehr darauf, Schiff-Schwimmer und Brückenspringer zu erwischen. Denen drohe mittlerweile ein saftiges Bußgeld. Das Schiffe-Entern sei deshalb vor ein paar Jahren noch weit üblicher gewesen als heute.

Schädelbruch im letzten Jahr

Die Verletzungsgefahr sei einfach zu groß, sagt Christian Seisel. Wer in das trübe Wasser springt, sieht in der Regel nicht, was sich unter der Oberfläche befindet. Wer etwa von der Prozessionswegbrücke springt, dem könnte schon eine unter Wasser treibende Plastiktüte gefährlich werden: „Das ist wie Beton.“

Noch gefährlicher sind etwa treibende Holzstücke. Jüngst musste ein senkrecht im Wasser treibender massiver Stock herausgefischt werden – direkt neben der Brücke.

Passiert viel? Im vergangenen Jahr, berichtet Christian Seidel, habe es tatsächlich einen Schädelbruch gegeben. „In dieser Saison noch nicht.“ Aber die Dunkelziffer sei hoch: „Wer sich am Kanal verletzt, kommt ja nicht anschließend zu uns und beschwert sich.“

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