Auszeichnung für Toleranz und Demokratie
„Lichtenhagen kann überall sein“

Münster -

Acht Projekte aus NRW wurden ausgezeichnet, die zeigen, wie Toleranz und Demokratie machbar sind. Drei von ihnen stammen aus Münster, eines aus Ahlen. Eingeladen hatte das bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz, von Justiz- und Innenministerium gegründet. Insgesamt wurden 400 Projekte eingereicht.

Donnerstag, 23.08.2012, 13:08 Uhr

Auszeichnung für Toleranz und Demokratie : „Lichtenhagen kann überall sein“
Acht Projekte aus NRW wurden gestern Abend im Rathaus ausgezeichnet – darunter drei aus Münster. Foto: Matthias Ahlke

20 Jahre sind es her. Gestern war der Jahrestag der Ausländerhatz in Lichtenhagen bei Rostock, die Deutschland erschüttert hat: Ein brutaler, kollektiver Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit. „Lichtenhagen kann überall sein“, warnt Oberbürgermeister Markus Lewe , „wenn wir nicht aufpassen.“ Gestern Abend wurden im Rathaus acht Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie Toleranz und Demokratie machbar sind. Drei von ihnen stammen aus Münster , eines aus Ahlen.

Einladung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz

Eingeladen hatte das bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz, von Justiz- und Innenministerium gegründet. Insgesamt hat es diesmal 83 von 400 eingereichten Projekten ausgezeichnet. Ein handfestes Beispiel sind die Malteser, die sich um Kranke ohne Versicherung kümmern. Die Ärztin Dr. Gabrielle von Schierstaedt: „Es gibt viele Leute, die illegal nach Deutschland kommen und krank sind.“ Auch wenn viele Ärzte helfen und kulant seien, würden Spenden benötigt – pro Patient 200 Euro.

Bei Radio Mambo Jambo geht es um News, Mutmachen und Multikulti. Hier arbeiten Jugendliche mit. Moderatorin Franzi Batraev: „Wir stellen Menschen vor, die sich für gute Sachen einsetzen.“ Und jedes Mal gibt es auch einen Witz. Der letzte: „Wie nennt man einen Spanier ohne Auto? Carlos.“

25 000 Euro Preisgelder wurden verteilt

25 000 Euro Preisgelderwurden gestern insgesamt an Projekte in NRW verteilt. Nicht schlecht, findet Beiratsmitglied Ingo Weiß: „Das münsterische Rathaus beweist heute lebendiges bürgerschaftliches Engagement.“ Der Münsteraner erinnerte an seinen Großvater, ein Händler, der in der NS-Zeit Juden geholfen habe. Er starb im KZ. Weiß: „Ich möchte, dass solche Zeiten nie wiederkommen.“

Auch das prämierte Netzwerk Gewaltprävention aus Münster mit 18 institutionellen Akteuren ist ein Beispiel dafür, wie Konflikte in Gesellschaften friedlich gelöst werden können. In zwei münsterischen Stadtteilen ist man mit breit angelegten Kampagnen aktiv. Die Aktion „Noteingang“ ermöglicht es, Gewaltopfern, diskret Hilfe zu finden. Netzwerk-Mitglied Harald Schaber weiß auch schon, wofür er das Preis-Geld einsetzen wird: „Für eine Weiterbildung.“ Es geht um‘s Konfliktschlichten mit Humor.

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