Die Stadt des „Panis Pumpernickel“
Uni-Mitarbeiter hat ein Buch über Münster geschrieben – auf Lateinisch!

Münster -

In Dr. Oleg Nikitinskis neuem Buch heißt das Fahrrad „Birota“ – und das Pumpernickelbrot „Panis Pumpernickel“. Das münsterische Rathaus wird zur „Curia Monasteriensis“ – und der Friedenssaal zur „Aula Curiae“. Und selbst Wiedertäufer Jan van Leiden bekommt einen neuen Namen verpasst: Johannes Leidensis.

Donnerstag, 02.08.2012, 19:08 Uhr

Die Stadt des „Panis Pumpernickel“ : Uni-Mitarbeiter hat ein Buch über Münster geschrieben – auf Lateinisch!
Dr. Oleg Nikitinski hat ein Buch über Münster geschrieben – auf Latein. Der Titel seines 250-Seiten-Werkes lautet „De laudibus Monasterii Westphaliae metropolis“. Foto: kal

„De laudibus Monasterii Westphaliae metropolis“ lautet der Titel des Buches, das Nikitinski komplett in Latein verfasst hat – und mit dem er eine Jahrhunderte lang gepflegte, dann aber zunehmend verloren gegangene humanistische Tradition wiederbeleben will. „Mein Buch ist das erste Münster-Buch auf Lateinisch seit dem 18. Jahrhundert“, betont der aus Moskau stammende Wissenschaftler, der am Institut für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit der Universität Münster lehrt.

Zwei Jahre hat er an dem 250 Seiten starken Werk geschrieben, das vor allem eine Kulturgeschichte der Westfalen-Metropole sein will, aber auch touristische Tipps gibt. So empfiehlt Nikitinski seinen Lesern unter anderem das Alte Gasthaus Leve, das bei ihm „Cupona Leve“ heißt.

Die Lateinische Sprache, betont der Autor, gehört auch im 21. Jahrhundert nicht in die „Schublade historischen Erinnerns“, sondern sei vielmehr nach wie vor bestens geeignet, Wissen kompakt und sprachlich elegant zu vermitteln. Dass er mit seinem außergewöhnlichen Münster-Führer einen überschaubaren Leserkreis anspricht, findet er durchaus bedauerlich.

Immerhin: „Es gibt auch heute noch Menschen, die abends mit einem lateinischen Buch ins Bett gehen.“ Zu ihnen zähle auch Weihbischof Friedrich Ostermann , sagt Nikitinski. „Er hat mein Buch gelesen und mir versichert, dass es ihm gefallen habe.“ Erschienen ist der Münster-Führer in einem italienischen Verlag, der seinen Sitz in Neapel hat.

In dem süditalienischen Land würden die humanistischen Traditionen aus Antike, Mittelalter und früher Neuzeit ungleich stärker gepflegt als in Deutschland, sagt Nikitinski – und zählt gleich ein paar prominente Italiener auf, die für ihre Latein-Leidenschaft südlich der Alpen bekannt sind. Warum Latein, warum Münster ? „In Münster lebe ich“, sagt Nikitinski. Zudem hätten hier zahlreiche bedeutende Humanisten gewirkt – und auf Latein geschrieben.

Irgendwie, so lässt er durchblicken, fühlt er sich ihnen sehr nahe – und bedauert zugleich, dass es das Geistesleben von einst heute so nicht mehr gibt. Immerhin: In der kommenden Woche wird Münster zumindest vorübergehend zum Nabel der Latinisten-Welt: Die 300 besten Wissenschaftler dieses Faches strömen aus der ganzen Welt zu einem Kongress nach Münster. „Und sie alle“, sagt Nikitinski nicht ohne Stolz, „werden mein neues Buch als Geschenk erhalten“.

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