Kritik am Occupy Camp
„Zustände sind unhaltbar“

Münster -

Bei Anwohnern und Geschäftsleuten nimmt der Ärger über das Occupy Camp immer mehr zu. Sie fordern die Stadt auf zu handeln.

Samstag, 11.08.2012, 10:08 Uhr

Kritik am Occupy Camp : „Zustände sind unhaltbar“
Das Occupy-Camp ist etlichen Anliegern ein Dorn im Auge. Foto: Oliver Werner

Unter den Geschäftsleuten rund um den Servatiiplatz wächst der Widerstand gegen das Occupy- Camp. „Die Zustände sind unhaltbar“, klagt Hörakustiker Stephan Wilke . „Der Servatiiplatz entwickelt sich zu einem Sperrmüllplatz. Unsere Kunden fragen schon, ob das hier der neue Bremer Platz wird.“ Werner Kampmann , Anwalt der Kanzlei Putzko - Kampmann - Früh, schimpft über Lärmbelästigung durch Musik und Megafondurchsagen, Raimund Gerwing vom Fahrradgeschäft „Drahtesel“ über „Nichtsesshafte, die versuchen, mit ihrem privaten Flohmarkt Geld zu verdienen“.

So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen, stellt Gerwing klar. Anlieger, die das genauso sehen, planen daher nach seinen Angaben, gemeinsam für ein Ende des Camps zu kämpfen. „Wie lange müssen wir als Gewerbesteuer und hohe Mieten zahlende Geschäftsleute diesen Zustand noch akzeptieren, bis die Stadt etwas unternimmt?“, fragt auch Wilke.

Dass das vor zehn Monaten am Servatiiplatz aufgebaute Camp immer wieder für Unruhe in der Nachbarschaft sorgt, bestätigt der Leiter des Ordnungsamtes , Martin Schulze-Werner. Von Geschäftsleuten, aber auch von Privatpersonen, die an der Promenade wohnen, habe es in den letzten Wochen unter anderem Beschwerden über Lärm gegeben. „Die Akte füllt sich immer mehr“, so Schulze-Werner.

Wie Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer betont, gehe die Stadt „begründeten Beschwerden“ nach. Nächtliche Ruhestörungen habe man den Aktivisten im Nachhinein jedoch nicht eindeutig zuordnen können. Was das Erscheinungsbild des Camps betreffe, habe die Stadt eine Reihe von Auflagen gemacht, die auch weitgehend umgesetzt worden seien – „und weitere Verbesserungen werden in den nächsten Tagen folgen“.

Parallel prüfe die Stadt, auf welchem Platz dauerhaft ein für alle Bürger offener Diskussionsplatz angesiedelt werden kann. Der Vorschlag der Verwaltung soll anschließend unter Beteiligung der Bürger diskutiert werden. Die Entscheidung werde bis zum Herbst ein politisches Gremium fällen.  

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