Neues Gefängnis auf der grünen Wiese
Das Ende für den alten Knast

Münster -

JVA-Chefin Maria Look hat jahrelang für ihr Gefängnis gekämpft. Die Entscheidung aus Düsseldorf stimmt sie daher froh und melancholisch: Münster bekommt ein neues Gefängnis. Aber das Gebäude an der Gartenstraße wird aufgegeben. Das Justizministerium informierte Oberbürgermeister Markus Lewe und die Landtagsabgeordneten heute Mittag über die Pläne.

Freitag, 31.08.2012, 06:08 Uhr

Neues Gefängnis auf der grünen Wiese : Das Ende für den alten Knast
JVA-Chefin Maria Look fordert seit langem einen Neubau. Foto: pep

Der Knast an Münsters Gartenstraße wirkt wie ein Relikt aus alten Tagen. Hier wurden bereits nostalgische Filmszenen gedreht. Doch für die Insassen ist er eine echte Strafe. Altmodisch, überfüllt, baufällig. Jetzt hat das Justizministerium den Knoten durchgeschlagen. Ein neues Gefängnis auf der grünen Wiese soll her.

 

Die Justizvollzugsanstalt in Münster

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  • Die münsterische Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße aus der Luft fotografiert (Foto aus Mitte 1999).

    Foto: Matthias Ahlke
  • Maria Look, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das münsterische Gefängnis wurde vor über 150 Jahre erbaut. Es ist das älteste in NRW.

    Foto: Oliver Werner
  • Das münsterische Gefängnis wurde vor über 150 Jahre erbaut. Es ist das älteste in NRW.

    Foto: Oliver Werner
  • Das münsterische Gefängnis von außen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das münsterische Gefängnis von innen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das münsterische Gefängnis wurde vor über 150 Jahre erbaut. Es ist das älteste in NRW.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Bücherei der JVA Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das münsterische Gefängnis von innen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Maria Look, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwischen acht und neun Quadratmeter sind die Einzelzellen groß. (Archivbild von 2003)

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das münsterische Gefängnis wurde vor über 150 Jahre erbaut. Es ist das älteste in NRW.

    Foto: Oliver Werner

 

Das Denkmal

Die JVA an der Gartenstraße wurde 1848 vom preußischen Architekten Carl-Friedrich Busse gebaut. „Im Stil der englischen Neugotik“, erklärt der städtische Denkmalpfleger Michael Kappel, „es zählt zu den bedeutendsten preußischen Bauten in Münster.“ Busse, ein Mitarbeiter Schinkels, war eigens nach England geschickt worden, um dortige Gebäude zu studieren. Kappel sieht durchaus Möglichkeiten, die sternförmige Anlage für andere Zwecke zu Nutzen. Beispiele gebe es in Münster genug: „Dreifaltigkeitskirche, Bonifatiuskirche, Alte Feuerwache.“ Die stadtprägende Fassade wurde dabei jeweils erhalten, der Innenraum behutsam umgestaltet.

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640 Plätze sind dort geplant, heißt es in Düsseldorf, dazu kommen 60 Plätze für eine Jugend-Strafanstalt. Dies sind mehr Plätze als heute, aber mit deutlich besserem Komfort. Die Zellen an der Gartenstraße sind nach modernen Maßstäben deutlich zu klein.

Aus Erfahrungen mit anderen Gefängnisneubauten ist mit einer Projektzeit von fünf Jahren zu rechnen. Die Stadt muss nun geeignetes Areal nachweisen. Im Gespräch war bereits das Kasernengelände in Handorf. Gebaut wird vom Landesbaubetrieb. Stadtdirektor Hartwig Schultheiß setzt auf einen offenen Suchprozess. In Frage kämen nicht nur Standort in Münster , sondern in einem Umkreis bis zu 30 Kilometern.

Vorbild für das neue Gefängnis könnte die vor fünf Jahren gebaute JVA Ratingen sein. Die ähnelt allerdings eher einem kleinen Dorf. JVA-chefin Maria Look begrüßt die Entscheidung uas Düsseldorf. Allerdings mit einem weinenden Auge. Die Atmosphäre im denkmalgeschützen Altbau dürfte in neuen Gebäuden schlecht zu imitieren sein.

Was aus dem Gelände an der Gartenstraße wird, ist noch unklar. In bester Lage sind hier sicherlich hochwertige Wohngebäude denkbar. Das Gebäude steht zwar unter Denkmalschutz, gilt aber als baufällig. Ein Erhalt dürfte daher schwierig sein.

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