Radstreifen
Modenschau in Uniform: Neue Bekleidung für Fahrradpolizisten wurde vorgestellt

Münster -

Blaue Hose, neongelbe Jacke: Die Fahrradpolizisten in NRW sind ab sofort mit einem neuen, frischen Outfit unterwegs.

Dienstag, 07.08.2012, 08:08 Uhr

Radstreifen : Modenschau in Uniform: Neue Bekleidung für Fahrradpolizisten wurde vorgestellt
Beamte der münsterischen Polizei präsentieren die neuen Uniformen für Fahrradpolizisten in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt 700 Ausstattungen liefert das Innenministerium in den kommenden Wochen aus. Foto: Oliver Werner

Verfolgungsjagd auf dem Domplatz: Kaum ist der telefonierende Radler auf das Kopfsteinpflaster gebogen, ruft Polizeihauptkommissar Jochen Ender „Go“. Zwei Fahrradpolizisten treten mit aller Kraft in die Pedalen, stürmen auf den Radler zu, bremsen ihn aus – schon ist der Verkehrssünder gestoppt.

Die Szene wurde gestern Vormittag nur nachgestellt, doch für Münsters Fahrradpolizisten ist sie Tagesgeschäft. Mindestens eine Streife ist rund um die Uhr mit dem Drahtesel in der Stadt unterwegs, insgesamt sind es bis zu 19 Beamte, die bei jedem Wetter durch Münster strampeln, um für Recht und Ordnung zu sorgen, landesweit sogar 700.

Und die sind seit gestern in neuen Uniformen unterwegs. Unten eine blaue Hose, oben eine reflektierende neongelbe Multifunktionsweste: Designer und Beamte haben die verbesserte Ausstattung gemeinsam geplant. Ergebnis: „Eine hochwertige, funktionale und vor allem verkehrssichere Uniform“, wie NRW-Innenminister Ralf Jäger gestern auf dem Domplatz betonte, wo die neue Ausstattung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Selbstverständlich gehört auch ein Fahrradhelm dazu, denn ohne Helm fährt kein Polizist auf Radstreife“, so Jäger, selbst bekennender Helm-Träger.

Fahrradstreifen seien auf ihren Rädern flexibel und schnell am Einsatzort: „Sie werden dort eingesetzt, wo Streifenwagen nur sehr schwer oder gar nicht hinkommen“ – zum Beispiel bei Fahndungen in unwegsamem Gelände, in Fußgängerzonen oder in engen Altstadtgassen. So sei es münsterischen Fahrradpolizisten vor einiger Zeit gelungen, nach einem Überfall einen Bankräuber zu stellen, den man mit dem Pkw vermutlich übersehen hätte. Um es mit den Worten von Polizeihauptkommissar Jochen Ende zu sagen: „Mit dem Fahrrad kommen wir hinterher, wo wir mit dem Einsatzwagen nur hinterherschauen können.“

In NRW gibt es seit mehr als zehn Jahren Fahrradstreifen. Sie sind bei Wind und Wetter unterwegs und immer ganz nah an den Bürgern – ob es denen gefällt oder nicht. „Radstreifen“, sagt Jäger, „sind aus vielen NRW-Städten nicht mehr wegzudenken.“ Gerade weil sich ihr Einsatz so bewährt habe, seien sie fester Bestandteil des Einsatzkonzeptes der nordrhein-westfälischen Polizei. Zu ihrer Ausstattung gehören übrigens nicht nur Waffe und Einsatzstock – sondern auch ein Lasermessgerät. 

| Westfalen

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