So genannter „Lustreisen-Prozess“ zu den Akten gelegt
Noch ein Freispruch für Nottenkemper

Münster -

In letzter Instanz hat das Oberlandesgericht Hamm Klemens Nottenkemper, Chef der Wohn- und Stadtbau, vom Vorwurf freigesprochen, „Lustreisen“ für den Aufsichtsrat organisiert zu haben.

Dienstag, 21.08.2012, 18:08 Uhr

So genannter „Lustreisen-Prozess“ zu den Akten gelegt : Noch ein Freispruch für Nottenkemper
Archivbild von einem früheren Prozess im Jahr 2011 Foto: Oliver Werner

Die letzte Sitzung dauerte gerade einmal 25 Minuten, dann war für Klemens Nottenkemper der jahrelange Gerichts-Marathon zu Ende. Als letzte Instanz sprach das Oberlandesgericht Hamm den Geschäftsführer des städtischen Unternehmens Wohn- und Stadtbau gestern vom Vorwurf der Untreue frei. Der sogenannte „Lustreisen-Prozess“ ist damit beendet. Oder wie es Nottenkempers Anwalt Detlev Ströcker ausdrückte: „Das Verfahren wurde rechtskräftig abgeschlossen durch Freispruch .“

Die Staatsanwaltschaft Münster hatte Nottenkemper vorgeworfen, auf Kosten des Unternehmens Reisen mit einem ausgesprochenen Freizeitcharakter für die Mitglieder des Aufsichtsrates organisiert zu haben.

Nachdem sich das Amtsgericht Münster diesem Vorwurf angeschlossen hatte, gab es bei der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Münster einen Freispruch. Das Revisionsverfahren in Hamm kam jetzt zum gleichen Ergebnis.

Die Reisen seien vom Gericht als „projektbezogene Veranstaltungen“ gewertet worden, so Ströcker. Der Vorsitzende Richter Johannes Leygraf habe sogar die Ansicht vertreten, dass es in dieser Angelegenheit nie zu einem Prozess hätte kommen dürfen.

Klemens Nottenkemper, der selbst an der Revisionsverhandlung nicht teilnahm, zeigte sich anschließend erleichtert. Vor allem auch deshalb, weil jetzt zahlreiche ausstehende Verfahren gegen Aufsichtsrats-Mitglieder hinfällig geworden seien.

So weit wollte Oberstaatsanwalt Heribert Beck, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Münster, gestern nicht gehen. Bevor über das weitere Vorgehen entschieden werde, „müssen wir erst die schriftliche Urteilsbegründung haben“. Offen ist auch die Frage, ob die Aufsichtsrats-Mitglieder, deren Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt wurden, jetzt ihr Geld zurückerhalten.

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