Sportliche Legenden: Dr. Reiner Klimke führt die Liste an
Münsters erfolgreichste Olympioniken

Münster -

Was ein echter Olympionike ist, das stellte Carl Schuhmann bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit unter Beweis. Der 27-jährige Goldschmied aus Münster wurde 1896 zum Goldhamster von Athen. Als Turner sicherte er sich am Barren, am Reck und im Pferdsprung die Goldmedaille. Überraschend war dann schon, dass der nur 1,63 Meter große Athlet seine Kontrahenten reihenweise auf die Matte legte und Olympiasieger im Ringen wurde. Dabei besiegte er im Finale den wesentlich größeren und schwereren Griechen Georgios Tsitas nach 65-minütiger Kampfzeit an zwei Tagen.

Donnerstag, 09.08.2012, 13:08 Uhr

Seine fünfte Medaille, dieses Mal Bronze, gewann er im beidarmigen Wettbewerb des Gewichthebens. Nebenbei trat er auch als Leichtathlet an, wurde aber dabei nicht dekoriert. In Athen war auch Münsters Radsportler Bernard Knubel am Start. Der 23-Jährige hielt das 100-km-Rennen im Velodrom nicht durch, wurde aber trotzdem mit einer Anerkennungsmedaille in Bronze bedacht.

Münsters erfolgreichster Starter bei Olympischen Spielen ist Dr. Reiner Klimke . Der Jurist holte sich zwischen 1960 und 1988 sechs Goldene und zwei Bronzene im Dressurreiten. Er war über viele Jahre Deutschlands erfolgreichster Olympia-Teilnehmer überhaupt und ist nach wie vor der siegreichste Dressurreiter der Welt.

In seine großen Fußstapfen trat seine Tochter Ingrid, die sich inzwischen als zweifache Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit feiern lassen darf. Jeweils mit der Mannschaft siegte die Reitmeisterin 2008 und 2012, dazu darf sie sich als Olympiasiegerin (im Herzen) der Spiele von Athen 2004 fühlen, als eine äußerst strittige Jury-Entscheidung (nach einem „Vergehen“ von Bettina Hoy) die Disqualifikation bedeutete.

Medaillengewinner

Reiner Klimke: Reiten/ Gold (6), Bronze (2);

Carl Schuhmann: Turnen/Gold (4), Gewichtheben/Bronze (1);

Ingrid Klimke: Reiten/Gold (2);

Harald Norpoth: Leichtathletik/Silber (1);

Helen Langehanenberg: Reiten/Silber (1);

Peter Hoeltzenbein: Rudern/Silber (1);

Dieter Gieseler: Rad/Silber (1);

Ellen Becker: Rudern/Bronze (1);

Peter Funnekötter: Rudern/Bronze (1)

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Dieter Gieseler war ein erstklassiger Bahnradfahrer, der mit seinem Bruder Edi auf den Sechstagebahnen ein gefürchtetes Duo bildete. 1960 in Rom wurde er Zweiter im 1000-m-Zeitfahren. Als kleine Hochburg des Rudersports entpuppte sich Münster ebenfalls. Peter Funnekötter (ARV Münster) kam 1972 in München mit dem Vierer ohne Steuermann auf Rang drei. Ellen Becker (RV Münster) tat es ihm (gemeinsam mit Iris Völkner) im Zweier ohne Steuerfrau 1984 in Los Angeles nach. Und 1992 gelang Peter Hoeltzenbein (RV Münster) in Barcelona im Zweier ohne Steuermann (zusammen mit Colin von Ettingshausen) der Sprung aufs Silberpodest.

Harald Norpoth war über viele Jahre das Aushängeschild der Leichtathletik in Münster. Gemeinsam mit Franz-Josef Kemper, Wolfgang Riesinger und Wolf-Jochen Schulte-Hillen sorgte er dafür, dass Staffel-Rekorde purzelten und ein Leichtathletik-Sportfest im Preußen-Stadion zum ausverkauften Haus wurde. 1964 in Tokio düpierte er mit 22 Jahren die Weltelite (Michael Jazy und Ron Clarke) und sicherte sich Silber über 5000 Meter hinter dem Amerikaner Bob Schul. Vier Jahre später in Mexiko-City wurde er Vierter über 1500 Meter, 1972 in München schließlich Sechster über 5000 Meter.

Ich hatte auf den Endlauf gehofft, was schon eine sehr gute Leistung gewesen wäre. Der Erfolg hat mich als 22-Jährigen genauso überrascht wie viele andere.

Harald Norpoth, Olympia-Zweiter 1964 in Tokio

Mit dem Sammeln von Medaillen hat Helen Lange­hanenberg gerade erst begonnen. Die 30-jährige Dressurreiterin des RV St. Georg Münster gewann jetzt in London die Silbermedaille mit der Mannschaft und geht heute Nachmittag in der Einzelwertung ebenfalls aussichtsreich ins Rennen. Die Silbermedaille hat Julius Brink bereits sicher. Der gebürtige Münsteraner und leidenschaftliche Beachvolleyballer steht in London im Finale. Gemeinsam mit seinem Partner Jonas Reckermann aus Rheine greift er heute Abend (Beginn 22 Uhr) nach Gold.

Sie sind jetzt der populärste Mann in Griechenland. Sie sind populärer als ich.

Gratulation von Griechenlands König Georg I. an Carl Schuhmann

In der Auflistung der Medaillengewinner auf dieser Seite fehlt er aus diesem Grunde noch. Beim nächsten Mal ist er ganz sicher dabei. Knapp davor, aber am Ende bei der Medaillenvergabe nicht dabei waren viele weitere Sportler(innen) aus Münster. Die Ruderer An­dreas Lütkefels und Philipp Stüer durften sich zwar mit WM-Titeln schmücken, gingen bei Olympia aber leer aus. Springreiter Hendrik Snoek war 1976 Ersatzmann in Montreal, Franz-Josef Kemper wurde 1972 in München Vierter über 800 m. Norbert Huda, der Wasserspringer, war genauso Weltklasse wie Schütze Hubert Große-Kleimann. Auch ihnen blieben Olympia-Medaillen versagt.

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