Verdienstorden NRW
Roland Kaiser – ein Star mit sozialer Ader

Münster / Düsseldorf -

Die Geehrten waren hochkarätig. Mit Christa Thoben, Michael Vesper und Andreas Pinkwart standen allein drei Staatsminister a.D. auf der Bühne im Düsseldorfer Präsidentenschlösschen. Doch wohl keiner erreichte die Popularität des Wahlmünsteraners Roland Kaiser. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeichnete gestern 18 Bürger mit dem Verdienstorden des Landes aus. Mal was Neues, sagte der Schlagerstar vorab den WN: „Das ist für mich eine große Auszeichnung.“

Freitag, 24.08.2012, 20:08 Uhr

Verdienstorden NRW : Roland Kaiser – ein Star mit sozialer Ader
Ein Orden für Roland Kaiser, Ministerpräsident Kraft heftet ihn persönlich ans Revers. Foto: dpa

Die Geehrten waren hochkarätig. Mit Christa Thoben, Michael Vesper und Andreas Pinkwart standen allein drei Staatsminister a.D. auf der Bühne im Düsseldorfer Präsidentenschlösschen. Doch wohl keiner erreichte die Popularität des Wahlmünsteraners Roland Kaiser . Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeichnete gestern 18 Bürger mit dem Verdienstorden des Landes aus. Mal was Neues, sagte der Schlagerstar vorab den WN: „Das ist für mich eine große Auszeichnung.“

Roland Kaiser habe sein Lied „Alles ist möglich“ in die Wirk­lichkeit umgesetzt, lobte Hannelore Kraft: „Sie haben in der Tat gezeigt, dass man scheinbar Unmögliches möglich machen kann, wenn man daran glaubt und die Hoffnung nicht verliert.“

Kaiser hat die schwere Lungenerkrankung COPD überwunden und danach seine Karriere neu gestartet. „Im Moment läuft es sehr gut“, sagt er, „ich war auf Dutzenden Open-Air-Konzerten, demnächst bin ich wieder bei Carmen Nebel. Nächstes Jahr geht es auf Tournee.“

Seit den 1970er Jahren zählt Kaiser, der als Ronald Keiler geboren wurde, zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagersängern. „Ein Leben auf der Sonnenseite“, sagt er selbst. Als seine Krankheit diagnostiziert wird, geht er an die Öffentlichkeit. Kraft: „Sie gaben der Krankheit, unter der Millionen Menschen leiden, ein Gesicht.“ Weltweit leiden etwa 600 Millionen Betroffene, mit zum Teil sehr unterschiedlichem Verlauf, an COPD: von chronischer Bronchitis bis zum Lungenversagen wie bei Kaiser.

2009 veröffentlicht er seine Erfahrun­gen in dem Buch „Atempause“, das Betroffenen als Ratgeber dienen soll. Kaiser unterstützt die Münchener Stiftung „AtemWeg“, die Lungenkrankheiten erforscht, und er wirbt um Bereitschaft zur Organspende, unter anderem als Botschafter der Deutschen Stiftung Organtrans­plantation.

Nachdem sich seine Erkrankung Anfang 2010 verschlimmerte, sah er sich gezwungen, seinen Abschied von der Bühne zu verkünden.

Er ent­scheidet sich zu einer Lungentransplantation und schafft es, die Krank­heit zu besiegen. Noch im selben Jahr feiert Kaiser sein Bühnen-Comeback im Fernsehen. Zurück auf der Sonnenseite des Lebens. „Eine wunderbare Geschichte“, sagt die Ministerpräsidentin.

Den Orden erhielt er auch für sein soziales Engagement: Seit über zehn Jahren arbeitet er im „Solidarfonds NRW “ mit, der sich für Ausbildungsplätze und die Wieder­eingliederung Langzeitarbeitsloser einsetzt.

Daneben ist er seit 2006 offizieller Botschafter des Kinderhospizes Mitteldeutschland und seit 2009 aktiv für die Tom-Wahlig-Stiftung in Münster. Diese Stiftung kümmert sich um Menschen, die an der seltenen Erbkrankheit „Hereditäre Spastische Spinalparalyse“ (HSP) leiden.

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