Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen
Inklusion macht Spaß

Münster -

Das Projekt „Inklusion macht Spaß“ feiert. Im Mittelpunkt steht ein vorurteilsfreies Zusammenleben voller Respekt und Toleranz. Die Gäste sind begeistert von dem abwechslungsreichen Programm.

Freitag, 17.08.2012, 20:08 Uhr

Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen : Inklusion macht Spaß
Für gute Stimmung sorgte das Spiel „Der Verrückte Professor“. Veranstalterin Anni Velkova musste verschiedene Begriffe und Stimmungen veranschaulichen – mit den Händen von Rüdiger aus dem Publikum. Hand in Hand veranschaulichten sie, was Inklusion so wichtig macht: Offen sein für Neues und Zusammenhalt. Foto: pesa

Inklusion ist mehr als nur die Umsetzung des Zusammenlebens von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Mehr als nur ein Gesetz. Mehr als nur ein neues Fremdwort. Das zeigte das Projekt „Inklusion macht Spaß“ auf der Feier zum zweijährigen Bestehen der „ Münster Tage der Inklusion“ am Donnerstagabend im „ Cuba Nova“.

Rund 50 Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen erlebten im Rahmen der transnationalen Jugendinitiative „Wir für uns in Europa“ ein informatives und buntes Programm, dass sie selbst maßgeblich mitgestalten konnten.

Premiere hatte der Film „Vielfalt aktiv erfahren“ des ehrenamtlichen Veranstalter-Teams um Anni Velkova und Beate Trautner . Er zeigte, wie man eine offene moderne Gesellschaft ohne Unterscheidungen nach geistiger oder körperlicher Beschaffenheit gestalten und leben kann. Inklusion müsse man nicht schwermütig problematisieren, sondern einfach offenherzig ausleben. Dabei ginge es nicht um Integration (das Wort hören Behinderte nicht so gerne, betonten Betroffene), sondern um ein vorurteilsfreies Zusammenleben voller Respekt und Toleranz.

Am besten kam beim Publikum eine asiatische Zeichentricksequenz mit Illustrationen von Yanica Grachenova an. Sie erzählte die Geschichte von zwei Schüsseln, eine heil und unversehrt, eine mit Sprung. Das Märchen zeigte sinnbildlich, dass der Einzelne mit seinen Talenten die Gemeinschaft bereichern kann, ganz gleich, wie er äußerlich ausgestattet ist und welche „Macken“ er hat. Die inneren Werte zählen.

Rollstuhlfahrerin Danni betonte, das Arbeit und Leistung neu definiert werden müssten, damit alle Menschen sich mit ihren Talenten richtig einbringen können. „Wir wollen nicht als Behinderte, sondern als Mensch wahrgenommen und gefordert werden“, ergänzte ein älterer Besucher. Ein junger Mann stimmte ihm zu: „Schließlich kann jeder gesunde Mensch von jetzt auf gleich, etwa durch einen Unfall, eine Behinderung erfahren.“

Veranstalterin Anni Velkova begeisterte die Besucher mit dem Spiel „Der verrückte Professor“. Sie veranschaulichte Begriffe und Situationen – mit ihren Worten und den Händen von Rüdiger aus dem Publikum, der hinter ihr stand.

Das Improtheater von Lutz, Kay, Sascha, Martin und Moderatorin Katharina bewies mit humorvollen Stehgreif-Aktionen und vollem Körpereinsatz zwischen Karibikgefühlen, Western-Duellen und DSDS-Contest, wie sehr Inklusion Spaß machen kann.

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