Altkanzler nimmt Friedenspreis entgegen
Standing ovations für Helmut Schmidt

Münster - Mit einer beeindruckenden Rede hat sich Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt  in Münster für den Erhalt des Westfälischen Friedenspreises bedankt. Der 93-Jährige warb für ein geeintes und starkes Europa, „in dem Deutschland nie und nimmer Ursache für den Stillstand, für den Verfall - oder gar Zerfall des großen Projektes der Europäischen Union sein darf“. Neben Schmidt wurde die Kinderhilfsorganisation „Children for a better World“ mit dem mit insgesamt 100.000 Euro dotierten Preis geehrt.  Die Auszeichnung wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe alle zwei Jahre verliehen.

Samstag, 22.09.2012, 13:09 Uhr

Der Alt-Kanzler wird im historischen Rathaus der Stadt Münster mit stehendem Applaus empfangen. Schmidt wird mit dem höchstdotierten deutschen Friedenspreis ausgezeichnet, „weil er einer der Architekten des friedlichen Europas ist“, sagt der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft, Dr. Reinhard Zinkann. Der SPD-Politiker, bekannt für klare Worte und blitzklaren Verstand, beeindruckt anschließend mit einer politischen Grundsatzrede, in der er den großen Bogen schlägt vom Westfälischen Frieden 1648 bis zum friedlichen Europa der Gegenwart. Einem Europa, in dem noch 1990 „sowohl Frankreich als auch England den Deutschen eine andauernde Friedlichkeit nicht zugetraut haben“.

Was in Schmidts Ausführungen folgt, ist eine Befürchtung und ein leidenschaftlicher Appell. Er sehe durchaus die Gefahr, dass die EU scheitern könne, warnt der Alt-Kanzler. Und: „Sie kann durchaus auch an den Deutschen scheitern.“ Denen attestiert er zwar, aus der Geschichte gelernt zu haben.  Das Land geriere sich aber zu sehr als das Zentrum Europas, „und wir lassen das die anderen Mitgliedsstaaten spüren“. Schmidts Schlussfolgerung daraus:  „Wir müssen nicht nur Fürsprecher der Europäischen Union sein. Sondern wir müssen - weit darüber hinaus pro aktiv handeln und agieren.“ Was meint: Der EU mehr Rechte übertragen. Später wird er diesen Gedanken vor Tausenden Besuchern noch einmal aufgreifen.

Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an Helmut Schmidt

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  • Helmut Schmidt bekommt den Westfälischen Friedenspreis für sein Engagement für ein geeintes Europa verliehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Uwe Renners
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  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Uwe Renners
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  • Der Gründer des Vereins "Children for a better world", Florian Langenscheidt, mit seiner Frau. Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hannelore Kraft gab Autogramme Foto: Uwe Renners
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  • Autogrammstunde mit der Ministerpräsidentin vor dem Rathaus. Foto: Uwe Renners
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  • Frank-Walter STeinmeier und Hannelore Kraft bei der Pressekonferenz. Foto: Uwe Renners

Vor Schmidt war die Münchner Kinderorganisation ausgezeichnet worden. Laudator Dr. Eckart von Hirschhausen betonte in seinem launigen Beitrag, das Engagement der prämierten Kinder, die sich weltweit für Gleichaltrige in Not einsetzen, zeige eindrucksvoll, „dass das Engagement für andere glücklicher macht, als wenn man sich nur um sich selbst kümmert“. Children for a better World hat in den 20 Jahren seines Bestehens mehr als 25 Millionen Euro in über 1000 Projekte investiert.

Der Westfälischen Friedenspreis wurde an diesem Samstag zum achten Mal verliehen. An der Veranstaltung nahmen unter anderem auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank Walter Steinmeier, teil. 1998 hat die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, ein Zusammenschluss zahlreicher Unternehmer aus beiden Regionen, den Preis ins Leben gerufen. Ausgezeichnet wurden damit unter anderem Václav Havel, die Sternsinger, Helmut Kohl, die Jugendlichen in den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, der früherer UN-Generalsekretär Kofi Annan, die Gemeinschaft junger Malteser und der Dirigent Daniel Barenboim.

Am Ende der Veranstaltung kommen die Preisträger auf den Balkon des Rathauses, um sich der wartenden Menge zu zeigen. Es sind Tausende, die in das Zentrum Münsters gekommen sind. Sie jubeln vor allem dem Alt-Kanzler zu. „Ich bin gerührt, über diese vielen Menschen“, ruft er der Menge zu. Um dann seinen Appell zu wiederholen: „Vergesst nicht, wir Deutschen müssen noch große Oper bringen, um die Europäische Union zum Erfolg zu führen.“

PS. Eine Zigarette hat sich Kettenraucher Helmut Schmidt im historischen Rathaus übrigens nicht angezündet.

 
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