Ausgezeichnete Friedensstifter
Ehrung für Altkanzler Helmut Schmidt und „Children for a better World“

Münster -

Am Ende sind es Tausende, die zum münsterischen Prinzipalmarkt gekommen sind. Sie alle wollen Helmut Schmidt sehen – schließlich ist der Altkanzler heute populärer denn je. Lauter Jubel brandet auf, als sich der SPD-Politiker auf dem Balkon des Rathauses blicken lässt. Er genießt den Augenblick, bedankt sich launig – und nutzt dann den Moment, sich öffentlich für ein geeintes Europa starkzumachen. „Vergessen wir nicht“, ruft er der Menge zu, „wir Deutschen müssen noch große Opfer bringen, um die Europäische Union zum Erfolg zu führen.“

Montag, 24.09.2012, 10:09 Uhr

Ausgezeichnete Friedensstifter : Ehrung für Altkanzler Helmut Schmidt und „Children for a better World“
Helmut Schmidt und die kleine Emma Luisa von „Children for a better World“. Foto: Jürgen Peperhowe

Als „einer der Architekten des friedlichen Europas “ ist Schmidt am Samstag zusammen mit der Kinder-Hilfsor­ganisation „Children for a better World“ mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. Die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe verliehen.

Der 93 Jahre alte SPD-Politiker wird im Festsaal mit stehendem Applaus empfangen. Zuvor hatte er sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Mit seinem eigenen Kugelschreiber, den Füller der Stadt wolle er nicht „ruinieren“, sagt er.

Helmut Schmidt erhält Westfälischen Friedenspreis

Der Altkanzler – bekannt für klare Worte und blitzgescheite Gedanken – beeindruckt mit einer politischen Grundsatzrede, in der er den großen Bogen vom Westfälischen Frieden 1648 bis zum friedlichen Europa der Gegenwart schlägt. Einem Europa, in dem noch 1990 „sowohl Frankreich als auch England den Deutschen ei­nen andauernden Frieden nicht zugetraut haben“. Schmidt ist noch immer ein begnadeter Redner und auch im hohen Alter ein leidenschaftlicher Politiker, der von der Idee eines starken und einigen Europas überzeugt ist.

„Wenn heute eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Staaten Europas nicht mehr denkbar ist, dann verdanken wir das Menschen wie Schmidt“, betont Laudator Dr. Reinhard Zinkann , der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft, im Beisein von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und dem Chef der SPD-Fraktion im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier.

Schmidt warnt, dass die EU an den Deutschen scheitern könnte. Das Land „geriere sich zu sehr als Zentrum Europas“, kritisiert er. „Und wir lassen das die anderen Mitgliedsstaaten spüren.“ Er wünsche sich von den jungen Menschen, dass sie sich mit der Geschichte beschäftigen. Nur mit diesen Kenntnissen könne „jemand halbwegs begründet als Eu­ropäer auftreten“, erklärt der Altkanzler.

Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an Helmut Schmidt

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  • Helmut Schmidt bekommt den Westfälischen Friedenspreis für sein Engagement für ein geeintes Europa verliehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Uwe Renners
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  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Uwe Renners
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  • Der Gründer des Vereins "Children for a better world", Florian Langenscheidt, mit seiner Frau. Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hannelore Kraft gab Autogramme Foto: Uwe Renners
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  • Autogrammstunde mit der Ministerpräsidentin vor dem Rathaus. Foto: Uwe Renners
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  • Frank-Walter STeinmeier und Hannelore Kraft bei der Pressekonferenz. Foto: Uwe Renners

Vor Schmidt war die Kinderorganisation aus München ausgezeichnet worden. Deren Laudator Dr. Eckart von Hirschhausen betonte, das Engagement von „Children for a better World“ zeige, „dass das Engagement für andere glücklicher macht, als wenn man sich nur um sich selbst kümmert“. Seit mehr als 20 Jahren hilft die Kinderorganisation weltweit jungen Menschen in Not, mehr als 25 Millionen Euro hat sie in dieser Zeit gesammelt. PS.: Während der knapp zweistündigen Veranstaltung griff der bekennende Kettenraucher Schmidt übrigens nicht zur Zigarette.

   
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