Bis zu 1000 Demonstranten werden erwartet
Demonstration gegen islamfeindliches Video in Münsters Innenstadt

Münster -

Am Freitag (21. September) soll es auch in Münster zu einer Demonstration gegen das islamfeindliche Schmähvideo, das derzeitig im Internet kursiert, kommen. Bis zu 1000 Demonstranten werden ab 17 Uhr in der Innenstadt erwartet. Aufgerufen dazu hat der muslimische Verein Fatime Versammlung aus Hiltrup.

Freitag, 21.09.2012, 12:09 Uhr

Bis zu 1000 Demonstranten werden erwartet : Demonstration gegen islamfeindliches Video in Münsters Innenstadt
In Münsters Innenstadt kommt es am Freitag ab 17 Uhr zu Demonstrationen. Foto: Oliver Werner

Die Demonstranten starten am Hauptbahnhof, weiter geht es über die Windthorststraße, die Ludgeristraße bis zum Ludgerikreisel. Ende der Demonstration wird voraussichtlich gegen 19 Uhr sein. Laut Aussagen der Polizei, kann es auf der Strecke zu kurzfristigen Behinderungen kommen. Eine langfristige Sperrung wird jedoch ausgeschlossen.

Im Gespräch mit dem islamischen Theologen Prof. Mouhanad Khorchide von der Universität Münster

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Überrascht es Sie, dass nun auch in Münster gegen das Video demonstriert wird?

Khorchide: Eigentlich nicht. Aber es ist ganz und gar nicht notwendig, wegen dieses halbprofessionellen Videos auf die Straße zu gehen. Wer sich davon provozieren lässt, tut nur, was sich die Macher des Videos wünschen. Solche Filme sollten Muslime einfach ignorieren. Dass nun noch Mohammed-Karikaturen veröffentlicht wurden zeigt ja nur, dass die Proteste wiederum zu weiteren islamfeindlichen Aktionen führen.

Wie kommt es, dass Muslime sich von einem solchen Film derart provoziert sehen?

Khorchide: Das Video ist nicht der Grund, sondern in vielen islamischen Ländern nur der Anlass, dass sich lange aufgestaute Wut entlädt. Dahinter steht ein kollektives Gedächtnis in der islamischen Welt. Da spielen die Kreuzzüge, Erfahrungen in der Kolonialzeit und eben auch die Rolle der USA und anderer westlicher Länder bei der Unterstützung diktatorischer Regime im Nahen Osten oder die Politik in Palästina eine Rolle. Die Proteste sind aber eine Reaktion, die der Prophet Mohammed nie gebilligt hätte.

Was hätte Mohammed angesichts des Videos unternommen?

Khorchide : Gar nichts. Er wurde zu seinen Lebzeiten oft geschmäht und hat gepredigt, Beleidigungen nicht zu beachten. Demonstrationen sind der falsche Weg und schaden dem Islam. Muslime sollten sich besser mit ihrer Bildung beschäftigen und darüber nachdenken, mit welchen Schätzen seiner Kultur der Islam Europa bereichern könnte.

 
Weltweite Proteste gegen islamfeindliches Video
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