Bundesweit liegt der Schnitt bei 472 Wagen
374 Autos pro 1000 Münsteraner - Pkw-Quote in Münsterland-Kreisen höher

Münster -

Wo es einen guten öffentlichen Nahverkehr gibt, fahren weniger Autos. Das hat jetzt eine Studie festgestellt. Münster liegt im Trend.

Montag, 03.09.2012, 20:09 Uhr

Bundesweit liegt der Schnitt bei 472 Wagen : 374 Autos pro 1000 Münsteraner - Pkw-Quote in Münsterland-Kreisen höher
Parkende Autos auf dem Schlossplatz Foto: Matthias Ahlke

Je größer die Städte, desto unbeliebter ist dort das Auto. Oder umgekehrt: Je ländlicher, umso mehr Pkw besitzen die Bürger. Das ist das Ergebnis einer Auswertung aktueller Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes durch das CAR-Center an der Universität Duisburg-Essen .

Und dessen Chef Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer stellt – zugegebenermaßen nicht wirklich überraschend – fest, dass Münster voll in diesem Trend liege: „Münster ist die Stadt der Fahrräder und nicht der Autos.“

In Zahlen bedeutet dies: Ende 2011 waren in der Westfalenmetropole 110.751 Autos zugelassen. Damit kommen auf 1000 Einwohner rechnerisch 374 Pkw. Zum Vergleich: In den vier deutschen Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln sind im Schnitt nur 322 private Pkw pro 1000 Einwohner zu finden. Am wenigsten Autos werden der Auswertung zufolge in der Hauptstadt zugelassen: Hier kommen auf 1000 Menschen nur 289 Wagen.

Das Auto-Gefälle zwischen Stadt und Land spiegelt sich auch im Münsterland klar wider: Denn in den Kreisen Borken (480 Autos auf 1000 Einwohner), Warendorf (502) und Steinfurt (496) besitzen deutlich mehr Menschen ein Auto als in der Stadt Münster.

Insgesamt gibt es laut der Auswertung in Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern 498 Pkw-Zulassungen je 1000 Bürger, also jeder Zweite hat hier ein Auto – vom Neugeborenen bis zum 100-Jährigen.

Wohlgemerkt: Es handelt sich dabei um einen rein statistischen Wert. Bundesweit liegt der Schnitt bei 472 Wagen.

Für die Autobauer sieht Dudenhöffer angesichts des Trends zum Verzicht auf das Auto in der Großstadt negative Auswirkungen am Horizont: „Dort, wo gute Verbindungen der öffentlichen Verkehrsträger vorliegen und Parkraum teurer ist, macht das eigene Auto weniger Spaß“, so Dudenhöffers Analyse.

Der Trend zu Car-Sharing und anderen Mobilitätsangeboten lasse den Wunsch nach dem eigenen Auto nicht mehr so wichtig erscheinen. Langfristig, so der Auto-Experte, wirkten sich solche Trends aus der Großstadt auch auf die Landbevölkerung aus.

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