„Das kann jeden von uns in den Tod treiben“
Flüchtlinge demonstrieren gegen Abschiebung

Münster -

Sie fallen zuerst kaum auf, die Flüchtlinge vor dem Stadthaus 1: Zur Kundgebung „Break Isolation – für die Rechte der Geflüchteten – Abschiebungen stoppen“ haben sich am Samstagmorgen einige Dutzend Menschen aus Bangladesh und dem Sudan versammelt, aus Sri Lanka, Marokko und auch aus Syrien. Viele leben derzeit in einem Heim in Bramsche-Hesepe. Und um die Ecke füllt Helmut Schmidt den Prinzipalmarkt – erst als ein großes Plakat zwischen Bäumen aufgespannt wird und Polash Mahmud Hassan aus Bangladesh das Mikrofon ergreift, werden mehr Passanten aufmerksam.

Montag, 24.09.2012, 08:09 Uhr

„Das kann jeden von uns in den Tod treiben“ : Flüchtlinge demonstrieren gegen Abschiebung
Für ein Ende  der Isolierung setzt sich auch Polash Mahmud Hassan (r.) ein. Hinter ihm spricht ein Sudanese vom „Leben“ im Lager. Foto: anh

Die Kundgebung ist Teil eines bundesweiten Protestmarsches. Hassan hat nach fünf „schlimmen“ Jahren sein Aufenthaltsrecht; er lebt und arbeitet in Münster , setzt sich für die jetzigen Flüchtlinge ein. Am Rande spielt die Abschiebung einer Roma-Familie aus Münster eine Rolle, auch weitere Abschiebungen aus der Region. Aber die Flüchtlinge zielen tiefer. Sie wollten „Isolation“ brechen, sind „für die Schließung aller Heime und für die Befreiung von der Knechtschaft der Residenzpflicht in ganz Deutschland “, heißt es in der verteilten Erklärung.

Die „unmenschliche Behandlung der Asylbewerber in Deutschland kann jeden von uns in den Tod treiben.“ „Wir verlassen die festgesetzten Grenzen und die für uns gebauten Käfige“. Christoph Wiesengrund begrüßt, dass Flüchtlinge selbst den Mund aufmachen. Eines Tages, sagt er, könnten wir ihnen für unsere Freiheitsrechte dankbar sein. Dann spricht ein Sudanese von dem Leben außerhalb des Dorfes, wo man schnell nicht mehr wisse, dass man überhaupt in Deutschland lebe – immer dieselben Gesichter, dieselben Gespräche.

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