Das verdienen die Chefs
Gesetz schafft Transparenz: Manager städtischer Eigenbetriebe legen Einkünfte offen

Münster -

Von den beiden Geschäftsführern der Stadtwerke über die Geschäftsführerin der Halle Münsterland bis zum Generalintendanten der Städtischen Bühnen: Erstmalig haben die Chefs der städtischen Eigenbetriebe und Gesellschaften in den Bilanzen für 2011 ihre Bezüge offengelegt.

Freitag, 07.09.2012, 07:09 Uhr

Das verdienen die Chefs : Gesetz schafft Transparenz: Manager städtischer Eigenbetriebe legen Einkünfte offen
Verdienste werden transparent in veröffentlichten Geschäftsberichten. Foto: Jens Büttner

Damit sind sie einer Forderung des vor drei Jahren vom Land verabschiedeten „Gesetzes zur Schaffung von mehr Transparenz in öffentlichen Unternehmen“ nachgekommen – einer rechtlichen Vorgabe, die Kämmerer Alfons Reinkemeier übrigens „gut“ findet. „Es handelt sich schließlich um öffentliches Geld, das verbraucht wird. So kann jeder sehen, was Geschäftsführer, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bekommen.“

Im Geschäftsbericht 2010 hatten die Stadtwerke bereits die Gesamtbezüge ihrer Geschäftsführer veröffentlicht: 378 000 Euro. 2011 sind die Informationen, wie vom Gesetz gefordert, noch detaillierter: Dr. Henning Müller-Tengelmann erhielt im vergangenen Jahr 237 000 Euro, Dr. Andreas Hoffknecht 212 000 Euro. Wohn- und Stadtbau-Geschäftsführer Klemens Nottenkemper erhielt knapp 133 000 Euro. Patrick Hasenkamp, Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM), bekam Gesamtbezüge in Höhe von rund 103 000 Euro, der Betriebsleiter des IT-Dienstleisters Citeq, Stefan Schoenfelder, rund 101 000 Euro. Dr. Thomas Robbers, der neben der Wirtschaftsförderung Münster (WFM) auch die WFM-Tochtergesellschaften Technologiepark Münster, CenTech und Nanobioanalytikzentrum sowie die Stadt-Tochter Gewerbepark Loddenheide leitet, erhielt rund 230 000 Euro.

An die Geschäftsführerin der Halle Münsterland , Dr. Ursula Paschke, gingen 116 000 Euro. In der Jahresbilanz 2010/2011 der Städtischen Bühnen sind für den damaligen Generalintendanten Wolfgang Quetes rund 130 000 Euro ausgewiesen. Die Top-Leute der Westfälischen Bauindustrie (WBI) sowie des Münster-Marketings erhielten Gesamtbezüge, die unter der Grenze von 100 000 Euro liegen. Auch der Flughafen Münster/Osnabrück wird die Gesamtbezüge seiner Geschäftsführer veröffentlichen, betont Sprecher Andrés Heinemann. Im Verlauf des Septembers sollen sie in der Internet-Ausgabe des Bundesanzeigers für jedermann einsehbar sein. Vorher will er sie nicht verraten.

Von der gesetzlichen Veröffentlichungspflicht ausgenommen ist Allwetterzoo-Chef Jörg Adler. Eine juristische Prüfung habe ergeben, dass der Zoo trotz kommunaler Zuschüsse eine private Gesellschaft sei, so Adler. Bereits 2010, also ein Jahr früher als vom Gesetz gefordert, hatten die Vorstände der Sparkasse Münsterland Ost ihre Gesamtbezüge freiwillig offengelegt. 2011 erhielten sie zwischen 491 000 und 593 000 Euro. Kämmerer Reinkemeier verweist darauf, dass die Bezüge in den Geschäftsberichten der jeweiligen Unternehmen veröffentlicht werden. „So sehen die Menschen nicht nur eine Zahl, sondern auch das geschäftliche Umfeld, aus dem sie resultiert.“

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