Die sechs Kühe im Zoo leiden unter einem unheimlichen Virus
Elefanten fühlen sich hundeelend

Münster -

Eigentlich verputzt so ein ausgewachsener Elefant gut 120 Kilo am Tag. Doch die sechs Kühe im Allwetterzoo verschmähen seit fast zwei Wochen einen Großteil ihrer Nahrung; Heu, Stroh und Obst lassen sie links liegen. „Sie trinken auch viel weniger“, sagt Dr. Dirk Wewers, der für die Tiere zuständige Kurator. Das ist besonders problematisch, weil man den Dickhäutern, die 100 Liter Flüssigkeit am Tag brauchen, nicht einfach eine Infusion legen kann.

Freitag, 14.09.2012, 08:19 Uhr aktualisiert: 14.09.2012, 08:26 Uhr
Die sechs Kühe im Zoo leiden unter einem unheimlichen Virus : Elefanten fühlen sich hundeelend
Die Elefantenkühe im Allwetterzoo fühlen sich seit Tagen schlapp und essen viel zu wenig. Die Ursache dafür ist bislang unbekannt. Foto: Oliver Werner

Die Elefanten fühlen sich hundeelend, sodass sich nicht nur Direktor Jörg Adler die allergrößten Sorgen macht. „Dass gleich alle Kühe in so kurzer Zeit so schwer erkranken, hat es bislang im Zoo nicht gegeben. Gerade in den ersten Tagen rechneten wir mit dem Schlimmsten“, sagt Wewers .

Corny und Ratna fühlen sich immer noch schlapp und fressen nach wie vor sehr wenig. Trotzdem atmen die Tierpfleger seit gestern auf, weil die vier älteren Kühe inzwischen über dem Berg zu sein scheinen. Deshalb wird es am Samstag nach Tagen wieder öffentliche Fütterungen geben (12 und 16 Uhr). Nur Bulle Alexander ist an dem unheimlichen Virus nicht erkrankt. Bei der Ursache tappen die Experten seit Tagen völlig im Dunkeln. „Wir wissen nicht, warum sich die Elefanten plötzlich so schlapp fühlen. Auch wenn es den meisten inzwischen wieder etwas besser geht, kann die Erkrankung jederzeit wieder auftauchen“, sagt Wewers.

Zahlreiche Proben (Blut, Urin, Kot und Futter) sowie Schleimhautabstriche sind an gleich mehrere Laboratorien für virologische Untersuchungen geschickt worden – unter anderem an das UKM und an das Robert-Koch-Institut in Berlin . Selbst der für das europäische Elefantenzuchtprogramm zuständige Supervisor in Rotterdam ist eingeschaltet worden. Doch bislang kann sich niemand einen Reim auf die geheimnisvolle Erkrankung der Elefanten machen.

Adler und Wewers schließen aus, dass der Bau des Elefanten-Parks in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gehege der Grund sein kann. Es gebe zu der Baustelle keine direkte Verbindung, auch keinen Zulauf von Regenwasser. Dass die ersten Elefanten unmittelbar nach dem öffentlichen Richtfest mit Tausenden Besuchern am 1. September erkrankten, sei offenbar nur ein Zufall.

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