Hansaring
Kaufleute spüren Verdrängung

Münster -

Kaufleute rund um das geplante Einkaufszentren am Hafen fühlen sich bedrängt. Eine Pleite vorhandener Märkte sei bei einer Umsetzung der Pläne unausweichlich, befürchten die Betroffenen, die auf die schon heute vorhandene Überversorgung mit Verkaufsflächen aufmerksam machen

Samstag, 08.09.2012, 00:09 Uhr

Hansaring : Kaufleute spüren Verdrängung
Die Pläne für das Grundstück zwischen Hansaring und Hafen werden von Kaufleuten aus den benachbarten Vierteln heftig kritisiert. Foto: Oliver Werner

Kaufleute von der Wolbecker und Warendorfer Straße sowie am Hansaring machen mobil. Sie wehren sich gegen eine Zunahme von Verkaufsflächen für Lebensmittel und befürchten, dass es mit einem neuen Einkaufszentrum im Bereich Hafen zu einer Überversorgung kommen wird. Die Kaufmannschaft spricht von einem Verdrängungswettbewerb.

Zur Erinnerung: Die Firma Stroetmann plant im Bereich Hafen den Neubau eines E-Centers, in dem neben Lebensmittel noch zusätzliche Geschäfte Platz finden sollen. Auch ein Discounter ist im Gespräch.

Die Stadt, vermuten die Kaufleute, scheint ihre Entscheidung längst getroffen zu haben. „Ausgerechnet im Hafengebiet mit der absolut größten Dichte an Verkaufsflächen pro Einwohner sollen zusätzliche Großflächen möglich sein“, fasst Kaufmann Gerd Liemen die Kritik zusammen. Das Vorhaben, sagt der Inhaber eines Lebensmittelmarktes, widerspreche dem Einzelhandelskonzept der Stadt Münster .

Ein neues Einkaufszentrum wirke sich negativ auf die Stadtteilzentren Wolbecker Straße und Warendorfer Straße aus, befürchtet die Kaufmannschaft. Der Politik sei zwar die vorhandene Überversorgung bekannt, so Liemen. Er zitiert das Argument eines Politikers, das für den Neubau sprechen soll: „Den Kunden soll ein erweitertes Sortiment und eine andere Präsentationsform zusätzlich zu den vorhandenen Läden angeboten werden.“ Gemeint sei das Angebot einer Fischtheke und breiterer Einkaufswege, erklärt Gerd Liemen.

Die Kaufmannschaft hakt nach. Gerd Liemen ist überzeugt: „Das Center kann nur rentabel arbeiten, wenn andere Läden verschwinden.“ Eine Unterschriftenaktion gegen das Zentrum werde totgeschwiegen, sagt die Kaufmannschaft und behauptet, ein Bestreben der Verwaltung zu spüren, „es den Investoren recht zu machen“.

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