Kein Internet bei Großveranstaltungen
Funkstille im Preußenstadion

Münster -

Handy-Netz und Internet waren für viele Handynutzer beim Fußballderby Preußen Münster gegen Bielefeld unerreichbar. Grund dafür soll das hohe Aufkommen von Smartphones sein, das die Netze überlastet.

Montag, 24.09.2012, 21:09 Uhr

Kein Internet bei Großveranstaltungen : Funkstille im Preußenstadion
Der SC Preußen siegte mit 4:0 gegen Arminia Bielefeld Foto: Jürgen Peperhowe

Nicht nur das Netz des Bielefelder Tores wurde am vergangenen Samstag einem extremen Belastungstest unterzogen, auch Handy-Netz und Internet waren dem Sturmlauf der Preußen bei ihrem 4:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld spätestens ab Mitte der zweiten Halbzeit nicht mehr gewachsen: Funkstille im Preußenstadion. Bereits eine Woche zuvor waren die Funknetze beim Preußen-Sieg in Osnabrück zusammengebrochen. Beide Male kursierten direkt im Anschluss Gerüchte, die Polizei habe den Funkverkehr gestört, um die Kommunikation zwischen gewaltbereiten Fangruppen zu unterbinden.

„Haben wir nicht“. ließ sich die Osnabrücker Polizeizentrale entlocken und schickte den wenig erhellenden Nachsatz hintendrein: „Und wenn, dann würden wir es nicht sagen.“ Jan Schabacker war über diese Formulierung etwas überrascht und fand für das Polizeipräsidium Münster aus aktuellem Anlass klarere Worte: „Dafür sind wir definitiv nicht verantwortlich“, so Schabacker. „Damit würden wir ja auch unsere eigene Kommunikation lahmlegen.“

Rudolf Bell, Leiter der Pressestelle der Bundesnetzagentur, tritt bereitwillig als Leumundszeuge für die Ordnungsmacht auf und stellt auf Nachfrage klar, dass das hohe Aufkommen von Smartphones im Stadion ein absolut nachvollziehbarer und glaubwürdiger Grund für den Zusammenbruch sein könnte. „Das ist so. Vor allem, wenn auch noch das Internet frequentiert wird, passiert sowas bei Großveranstaltungen sehr häufig.“

Am Samstag beispielsweise herrschte große Nachfrage an Informationen aus dem fernen Unterhaching, wo die Dortmunder Reserve die Preußen an die Tabellenspitze hätten schießen können. Der erfreuliche Zwischenstand von 3:2 für Dortmund schlüpfte noch problemlos durch die Maschen des weltweiten Netzes, die beiden letzten Treffer für Unterhaching blieben dagegen schon im Datenstau stecken – und sickerten erst durch, als im Stadion der Ahnungslosen Münster bereits vorschnell als Spitzenreiter gefeiert wurde.

Diese Kommunikationslecks könnten künftig einzig die lokalen Netzbetreiber verhindern, in dem sie für absehbare Engpässe – beispielsweise im Falle des Aufstiegs – bei Großveranstaltungen zusätzliche Funkzellen zur Verfügung stellten.

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