Planungskoordinator Thielen: Offene Standortsuche für das neue Gefängnis
Besorgte Mails aus Handorf

Münster - Noch hat die Suche gar nicht begonnen. Schon gehen Münsters Warnlampen an. „In Handorf“, schreibt ein besorgter Bürger im Blog von Oberbürgermeister Lewe, „soll ein Gefängnis gebaut werden.“ Das müsse verhindert werden. Als wenn alles klar wäre.

Dienstag, 04.09.2012, 17:09 Uhr

Man hört Planungs-Koordinator Siegfried Thielen am Telefon schwer atmen, als er das vernimmt: „Es steht nichts fest“, sagt er,  „wir beginnen jetzt mit der Standortsuche .“ Und die werde sicher ein Vierteljahr dauern. Zwölf bis 15 Hektar Fläche. Platz für bis zu 500 Mitarbeiter 700 Dauergäste, ein nicht unerheblicher Besucherverkehr per Bus und Bahn. Und sicher soll‘s auch noch sein. Das sind die Voraussetzungen für den Gefängnisneubau, der die alte JVA an der Gartenstraße ablösen soll. Solche Areale liegen nicht auf dem Tablett. Würde ein Gewerbeunternehmen mit ähnlichen Wünschen kommen, könnte Dieter Schewetzky von der Wirtschaftsförderung Münster nur Flächen am Hessenweg oder im neuen Hansa Businesspark anbieten: „Aber die Grundstückssuche für ein Gefängnis führt nicht ins Gewerbegebiet.“

Nebenbei: Von ähnlich großen Gewerbeanfragen träumt man in Münster. Über vier bis sechs Hektar geht der Bedarf kaum hinaus. Einmal, als BMW die Fühler ausstreckte, um einen Produktionsbetrieb zu bauen, waren 200 Hektar gefragt. Das wurde nichts. Dass die Lützow-Kaserne in Handorf ins Visier geriet, hält SPD-Landtagsabgeordner Thomas Marquardt für „völligen Unsinn“. Bisher war er dort Kommandant. Auch wenn die Lehrgruppe B der Unteroffiziersschule aus Handorf wegziehe, werde die Kaserne danach vom Deutsch-niederländischen Korps weiter genutzt. Das wiederum zieht die Blücher-Kaserne an der Wilhelmsstraße frei – ein guter Platz für Studentenwohnungen. Bisher ist aber nur vom eigentlichen Kasernengelände die Rede. Zu den möglichen Optionsflächen gehören sicher die beiden riesigen Truppenübungsgelände. Die Briten übten bisher in Dorbaum – sie ziehen dort gerade aus. Für Planungskoordinator Thielen kommt es darauf an, die Bürger bei der Suche mit ins Boot zu nehmen: „Wo man es auch macht, es wird immer Diskussionen geben.“

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