Rund 650 Fachleute tagen in Münster
Kinder besser vor Gewalt und Vernachlässigung schützen

Münster -

Es gilt ein neues Kinderschutzgesetz in Deutschland, das Kinder besser vor Gewalt und Vernachlässigung schützen soll. Es verpflichtet zum Beispiel auch Ärzte, aktiv am Kinderschutz mitzuwirken – doch Mediziner rufen mitunter verunsichert bei Stefanie Kersting, der Leiterin der Kinderschutz-Ambulanz Münster an, wie sie auf einen Verdacht einer Kindesmisshandlung reagieren sollen. „Ein Arzt braucht dann meist einen kurzen prägnanten Ratschlag, sagte Kersting gestern beim bundesweiten Kinderschutzforum in Münster.

Donnerstag, 20.09.2012, 13:09 Uhr

Rund 650 Fachleute tagen in Münster  : Kinder besser vor Gewalt und Vernachlässigung schützen
Stefanie Kersting  von der Kinderschutz-Ambulanz Münster und Prof.Michael Böwer aus Paderborn. Foto: kv

Wie sollen Lehrer und Erzieher reagieren, wenn sie vermuten, ein Kind wird missbraucht oder misshandelt? Wie sollen überlastete Jugendamtsmitarbeiter, die eine Vielzahl von Problemfamilien betreuen, ihre Arbeit am besten einteilen? Fragen, die die Fachleute aus der Praxis bewegen: 800 Interessierte meldeten sich zu dem Kongress an, nur 650 konnten berücksichtigt werden. Bis Freitag dauert die Veranstaltung. Der Schlüssel zu guter Kinderschutzarbeit liegt nach Wahrnehmung von Georg Kohaupt vom Kinderschutz-Zentrum Berlin bei den Kommunen: „Die prekäre finanzielle Lage der Kommunen hat möglicherweise schwerwiegendere Folgen für den Kinderschutz als das Gesetz“, sagte Kohaupt gestern.

Die finanzielle Decke für den Kinder- und Jugendschutz sei zu kurz: Zwar setzen die Kommunen nun richtigerweise auf frühe Hilfen für Familien mit Babys, dafür fehle das Geld für die Arbeit mit Jugendlichen. Beim Kongress geht es vor allem darum, wie Experten aus allen Bereichen der Gesellschaft, die mit Kindern in Kontakt sind, effektive Netzwerke bilden und zusammenarbeiten können. Grundsätzlich sinkt seit Jahren die Zahl der Gewaltdelikte gegen Kinder – „aber Polizei-Statistiken beschreiben die Lage nur unvollständig“, sagte Prof. Michael Böwer aus Paderborn .

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