Schweigemarsch der Berufsfeuerwehr
Feuerwehrleute protestieren und fordern Nachzahlung für Überstunden

Münster - Mehr als 180 Berufsfeuerwehrleute sind Mittwochmorgen in Münster auf die Straße gegangen. Von der Feuerwache am Albersloher Weg marschierten sie schweigend in die Innenstadt. Das Stadthaus 1 war ihr Ziel. Dort stellten die Feuerwehrmänner einen Sarg ab und überreichten Stadtrat Wolfgang Heuer ihre Petition. Darin fordern die Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Ausgleichs-Zahlungen für unbezahlte Arbeitsstunden in den Jahren 2002 bis 2006.

Mittwoch, 05.09.2012, 13:09 Uhr

Schweigemarsch der Berufsfeuerwehr : Feuerwehrleute protestieren und fordern Nachzahlung für Überstunden
Foto: Dario Rafael Hülsmann

Im Streit um die nachträgliche Bezahlung der Überstunden , hatte das münsterische Verwaltungsgericht den Feuerwehrleuten zuletzt Recht gegeben. Die Berufsfeuerwehr hatte zu dem Schweigemarsch aufgerufen, nachdem die Stadtverwaltung, trotz vorausgegangener Verhandlungen, bisher keine für die Feuerwehrleute akzeptable Lösung gefunden hatte.

Am Freitag  sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Auf die Stadt könnten dann hohe finanzielle Forderungen zukommen. Denn nach einer EU-Richtlinie, die seit 1997 gültig ist, dürfen Bereitschaftsdienste nicht länger als 48 Stunden dauern. NRW-Gesetze sahen aber bis zum Jahr 2006 noch eine wöchentliche Bereitschaftszeit von 54 Stunden vor. Die Berufsfeuerwehr in Münster veranschlagte daher 54-Stunden-Schichten, ohne die Überstunden zu bezahlen.

Dagegen klagten mehrere Feuerwehrleute. Im Jahr 2009 zahlte die Stadt 860.000 Euro für die nach EU-Recht unbezahlt geleisteten Überstunden nach. Nach Angaben der Feuerwehrleute sei das zu wenig gewesen.

Für zusätzlichen Unmut sorgt der Stundenlohn für Überstunden seit 2007. Laut Personalrat Heinz Mentrup bekommen die Wehrmänner dafür 7,77 brutto. Das ist vielen Feuerwehrmännern zu wenig. Über 150 Feuerwehrleute haben daher die neue Arbeitszeitenregelung gekündigt. „Das Fass ist jetzt übergelaufen“, sagt Mentrup.

Stadtrat Wolfgang Heuer erklärte am Mittwoch gegenüber den Demonstranten: „Ich kann ihr Anliegen gut verstehen, es gibt aber verschiedene Auffassungen und noch keine Lösung“. Die Feuerwehrmänner drängen mit ihrem Schweigemarsch auf eine schnelle Lösung.

Schweigemarsch der Feuerwehr

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