6000 Grundstücksbesitzer in Münster betroffen
Kanal-TÜV kann teuer werden

Münster -

Grundstücksbesitzer in NRW sollen dazu verpflichtet werden, die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen zu prüfen. Das kann teuer werden. Die Stadt rechnet damit, dass 70 Prozent der Leitungen reparaturbedürftig sind.

Dienstag, 30.10.2012, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2012, 08:04 Uhr
Kanal-TÜV
6000 der rund 50 000 Grundstücke in Münster liegen in Wasserschutzgebieten. Hier sollen Hausbesitzer dazu verpflichtet werden, die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen zu prüfen. Foto: Sönke Möhl (dpa)

Ein Großteil der münsterischen Grundstücksbesitzer muss sich bis spätestens 2020 auf Mehrausgaben einstellen. Rund 500 Euro fallen an, wenn sie – wie vom Land künftig gefordert – den Zustand ihrer Abwasserleitungen von Experten überprüfen lassen. Deutlich teurer dürften die anschließenden Reparaturarbeiten werden. Michael Nowak , Mitarbeiter im städtischen Tiefbauamt, geht davon aus, dass rund 70 Prozent der Leitungen, die sich dem „Kanal-TÜV“ unterziehen müssen, Schäden aufweisen werden. Ihre Behebung könne im Extremfall „mehrere Tausend Euro“ kosten.

Die sogenannte Dichtheitsprüfung gab es zwar schon immer. Bislang hat die Stadt jedoch nie kontrolliert, ob diese von den Grundstücksbesitzern auch tatsächlich durchgeführt wird, betont Nowak. Das werde sich künftig ändern. „Das neue Gesetz fordert von ihnen einen Nachweis.“ Im Klartext heißt das: „Die Stadt wird kontrollieren, ob Grundstücksbesitzer ihrer Pflicht nachkommen.“

6000 Grundstücksbesitzer in den münsterischen Wasserschutzgebieten müssen bis spätestens 2020 ihre Abwasserleitungen überprüfen lassen.

6000 Grundstücksbesitzer in den münsterischen Wasserschutzgebieten müssen bis spätestens 2020 ihre Abwasserleitungen überprüfen lassen.

Betroffen sind all jene, die Grund und Boden in einem der fünf münsterischen Wasserschutzgebiete besitzen (siehe Karte). Dort befinden sich 6000 der rund 50 000 Grundstücke in Münster . Bis Ende 2015 müssen alle Abwasserleitungen überprüft werden, die vor 1965 (häusliche Abwässer) bzw. vor 1990 (industrielle und gewerbliche Abwässer) verlegt wurden. Allen anderen Grundstücksbesitzern in den Schutzgebieten bleibt Zeit bis 2020. Ziel sei es, Verunreinigungen des Grundwassers – zum Beispiel durch Fäkalien und Medikamentenreste – zu minimieren, betont die Landesregierung.

Die Überprüfungen werden von Sachkundigen für Dichtheitsprüfung durchgeführt, die Kameras durch die Abwasserleitungen bewegen. Kostenpunkt laut Nowak: rund 500 Euro. Etwa drei von vier Grundstücksbesitzern werden nach seiner Erfahrung mit Schäden rechnen müssen – „und das kann teuer werden“.

Nowak rät den vom Kanal-TÜV betroffenen Grundstücksbesitzern, die Überprüfung und die Sanierung der Leitungen nicht von ein und demselben Unternehmen durchführen zu lassen. „Die würden auf jeden Fall undichte Stellen finden, da sie auch etwas an der Reparatur verdienen wollen.“

Laut Verwaltung kommt es im gesamten Stadtgebiet jedes Jahr etwa 150 bis 200 Mal zu Verunreinigungen durch undichte Abwasserleitungen.

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