Moschee-Pläne der Universität am Bispinghof
Kritiker befürchten gefährliche Einflussnahme durch islamische Geldgeber

Münster -

Der mögliche Bau eines „repräsentativen Moschee-Komplexes“ am Bispinghof soll „eine goldene Investition für die Zukunft der Muslime in Deutschland“ sein, wie der Werbeprospekt der Universität verspricht. Mit Spendengeldern einer islamischen Stiftung möchte Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles dieses Vorhaben verwirklichen. Doch Kritiker formulieren – zurzeit noch hinter vorgehaltener Hand – ihre Sorgen.

Mittwoch, 31.10.2012, 12:10 Uhr

Moschee-Pläne der Universität am Bispinghof : Kritiker befürchten gefährliche Einflussnahme durch islamische Geldgeber
Nicht allen gefällt die Gründung des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni. Während der Eröffnungsfeier protestierten gestern provokant verhüllte Studentinnen der Gruppe „Free Minds“ „für eine reine Wissenschaft“ ohne Religion. Foto: krystofiak

Sie befürchten gefährliche Einflussnahme durch islamische Geldgeber , die in Münster unweit des Doms gezielt ein Zeichen setzen wollten. Für insgesamt vier Millionen Euro aus Spenden, so die Uni, könnte das Zentrum für Islamische Theologie samt Moschee am Bispinghof gebaut werden.

Unabhängigkeit der Wissenschaft bleibt gewahrt

Möglichen Befürchtungen tritt Uni-Sprecher Norbert Robers entgegen: „Die Universität wird sich genau anschauen, ob Geldgeber möglicherweise Bedingungen mit ihrer Spende verknüpfen.“ Die Unabhängigkeit der Wissenschaft werde nicht berührt, so Robers weiter. Der Uni-Sprecher betont, dass die Hochschule in den Planungen auf ihrem Gelände zunächst völlig frei sei. Das betrifft auch den möglichen Bau einer Kuppel oder eines Minaretts. Ob diese am Bispinghof entstehen, lässt sich laut Robers noch gar nicht sagen. „Wir stehen total am Anfang.“

Keine Details über die Größe der Moschee

Auch über die Größe der Moschee könne man noch nichts sagen. Baurechtlich spricht nach den Worten des städtischen Planungsdezernenten Hartwig Schultheiß grundsätzlich nichts gegen das Projekt auf dem Uni-Gelände. Zurückhaltung herrscht bei der katholischen Kirche : „Es wäre augenblicklich nicht opportun und auch wenig hilfreich, einen möglichen Moscheebau zu kommentieren, da sich das Projekt der Universität im allerfrühesten Stadium der Sondierung und Planung befindet“, sagte auf WN-Anfrage Bistums-Sprecher Karl Hagemann. Der interreligiöse Dialog mit den Muslimen stehe auf erprobter und bewährter Grundlage.

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