Schlagersänger gibt sein Schauspieldebüt
Roland Kaiser genießt die Dreharbeiten zum Münster-Tatort

Münster -

Fritzi Haberlandt steht neuerdings persönlich mehr auf Elvis Presley. Den kann man bekanntlich nicht mehr stalken. Im neuen Tatort darf die Schauspielerin im kurzen Flatterkleidchen ihrem Lieblingsstar aber nachsteigen, was das Zeug hält. „Je extremer die Rolle“, schwärmt sie beim Dreh im Jovel, „desto schöner ist es, das auszuprobieren.“

Dienstag, 02.10.2012, 09:10 Uhr

Ihr Zielobjekt im Münster-Tatort ist ein Star namens Roman König, hierzulande besser bekannt als Roland Kaiser . Der singt auf der Bühne im Blaulicht mit Dunst ein Lied, das offenbar zum Kern des Dramas führt: „Egoist“. Im wirklichen Leben sind sich Kaiser und Haberlandt noch nie begegnet. Nur virtuell. „Ich bin mit ihm aufgewachsen“, sagt die gebürtige Ostberlinerin, „ich kann alle Lieder mitsingen.“ „Nein“, sagt Kaiser, „mit Stalkern hatte ich noch nie Probleme.“ Für ihn gibt es hier also gleich eine doppelte Premiere. Als Verfolgungsopfer und Schauspieler. Denn bis auf längere Sketche war ihm die Schauspielerei in seinen 60 Jahren bisher fremd.

Tatort- und Roland-Kaiser-Fan: "Das wird ein Hit"

Von halb zwei bis 18 Uhr arbeiten Kaiser und seine Hausband so, wie sie es auch sonst gewohnt sind. Allerdings wurden immer nur ein paar Takte angespielt – dann jubelte das Publikum. Schnitt, aus. „Das wird ein Hit“, ist sich Petra Payenberg aus Dinslaken sicher. Sie ist Tatort- und Roland-Kaiser-Fan. Und gehörte zu den 230 Statisten, die zum Kaiser-König-Konzert nach Münster kommen durften. Ein harter Job, sagt sie, „Respekt vor den Schauspielern“. Payenberg und ihre Schwester Sabine Pitzolu gehören zu den Menschen, die harte Arbeit gewinnen und sich darüber freuen.

Tatort-Dreharbeiten mit Roland Kaiser

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  • Foto: Oliver Werner
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130 000 Anrufer hatten für eine Komparsen-Rolle gemeldet

130 000 Anrufer hatten sich beim WDR gemeldet, als der Claqueur-Job verlost werden sollte. Einige kamen gestern aus Dresden und Chemnitz. Auf den T-Shirts zum Dreh stand „Königmania“. Aber am Ende sang die Fankurve dann doch: „Roland, Roland, so ein Tag, so wunderschön wie heute.“

Keine Probleme mit dem Drehbuchlernen

Nachher gibt es Brötchen und Mousse au Chocolat und ein Meeting mit dem Star. Während Panikrocker Steffi Stephan aus der Di­stanz zuguckt, was so in seinem Laden gerade gespielt wird: „Wir hatten hier von Miles Davis bis Motörhead schon alle da. Man stellt sich breiter auf.“

Am Ende großes Gruppenbild mit allen Stars auf der Bühne: Axel Prahl und Jan Josef Liefers kaspern herum. Staatsanwältin Mechtild Großmann lächelt charmant für die Fotografen. Dann geht es zum Prinzipalmarkt. Da muss Roland Kaiser nur gekonnt aus dem Wagen steigen. Die dramatischen Szenen kommen noch. Probleme mit dem Drehbuchlernen? „Nein“, sagt er, „ich kann ja auch zweieinhalb Stunden lange Konzerte auswendig.“

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