Standort am Bispinghof
Uni plant Moschee in der City

Münster -

Zum gestrigen islamischen Opferfest beteten die Studierenden des neuen Zentrums für Islamische Theologie an der Universität noch in einem provisorischen Raum. In drei Jahren soll das ganz anders sein: Dann soll in der Innenstadt, voraussichtlich am Bispinghof, eine repräsentative Moschee stehen – religiöses Zentrum für die muslimischen Studierenden.

Samstag, 27.10.2012, 10:10 Uhr

Standort am Bispinghof  : Uni plant Moschee in der City
Im Innenhof des Bispinghofes stehen derzeit noch Garagen. Das islamische Zentrum will hier eine Moschee errichten. Foto: Matthias Ahlke

Die Baukosten in Höhe von vier Millionen Euro sollen durch Stipendien finanziert werden. Das ist kein Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht, die Pläne für das neue islamische Zentrum mit der Moschee sind sehr konkret, sagt dessen Leiter Prof. Mouhanad Khorchide . Mit einem Flyer, der auf den Internetseiten des Zentrums zu sehen ist, wirbt die Universität um Spender. Khorchide: „Wir sind im Gespräch mit großen islamischen Stiftungen in Indonesien , Marokko und Katar.“ Voraussetzung für die Annahme von Spenden sei, dass daran keine Bedingungen geknüpft würden, dass das Zentrum unabhängig bleibe, so Khorchide. Er ist optimistisch, „dass die erforderliche Summe in einem Jahr zur Verfügung steht“.

Zentrum wird am Dienstag eröffnet

Das Zentrum wird am Dienstag (30. Oktober) von Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Schloss feierlich eröffnet. Der Bund und das Land tragen die Personalkosten dieser Einrichtung. Inzwischen ist ein zweiter Professor für Islamische Theologie berufen worden: der 33 Jahre alte, in Kabul geborene Milad Karimi. Er unterrichtet bereits Studenten am Zentrum für Islamische Theologie in Münster.

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Auf dem Flyer, der das Projekt vorstellt, ist der künftige Standort bereits genau markiert. Es ist der Innenhof des Universitäts-Gebäude-Komplexes am Bispinhof. Zurzeit stehen dort einige Garagen und eine ehemalige Werkstatt. Hier soll das derzeit an der Hammer Straße untergebrachte Zentrum seine Heimat finden, direkt in Nachbarschaft zur Evangelischen und Katholischen Theologischen Fakultät der Universität.

„Wir haben eine katholische und eine evangelische Universitätskirche“, sagt Universitäts-Rektorin Prof. Ursula Nelles. Da sei es nur konsequent, wenn die islamische Theologie eine Moschee erhalte.

Für einen Platz im Studiengang für islamische Religionslehrer an staatlichen Schulen hatten sich im Herbst rund 600 Interessenten beworben, „150 konnten aufgenommen werden“, sagt Khorchide, der soeben sein vielbeachtetes Buch „Islam ist Barmherzigkeit – Grundzüge einer modernen Religion“ herausgegeben hat.

Der Wissenschaftler betont, dass es im Islam „verpönt“ sei, dass Spenden geleistet würden, um soziales Ansehen zu erlangen. Große Stiftungen in der muslimischen Welt suchten seriöse Projekte, die sie unterstützen könnten. „Unser in Europa einzigartiges Zentrum ist dafür hervorragend geeignet“, glaubt Khorchide.

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