Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ spricht von Skandal
Ermittlungen eingestellt: Polizist soll auf Demonstranten eingeschlagen haben

Münster -

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, einen Gegendemonstranten am Rande des Neonazi-Aufmarsches in Rumphorst schwer verletzt zu haben.

Dienstag, 27.11.2012, 07:11 Uhr

Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ spricht von Skandal : Ermittlungen eingestellt: Polizist soll auf Demonstranten eingeschlagen haben
Neonazi -Demo am 3. März 2012 in Münster-Rumphorst: 300 Neonazis marschieren von der Polizei begleitet durch das Viertel, 5000 Menschen protestieren dagegen. Foto: Matthias Tonhäuser

 „Es ist nicht gelungen, ihm eine Körperverletzung im Amt nachzuweisen“, betont der Sprecher der Staatsanwaltschaft , Heribert Beck . Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“, das den Protest gegen den Aufmarsch organisiert hatte, sprach gestern von einem „Skandal“.

Videos und Zeugenvernehmungen ohne Ergebnis

Dem Polizeibeamten war vorgeworfen worden, einen jungen Demonstranten zu Boden geworfen und danach mehrfach so stark auf ihn eingeschlagen zu haben, dass dieser in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Wir haben sehr intensiv ermittelt“, beteuert Behördensprecher Beck. Zahlreiche Videos seien ausgewertet, etliche Zeugen vernommen worden – ohne eindeutiges Ergebnis.

Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ spricht von Skandal

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ kann dies nicht nachvollziehen. Es betont, dass der Beamte den Demonstranten „mit vollem Körpereinsatz“ und „brutal“ zu Boden gebracht und danach mehrfach auf den jungen Mann eingeschlagen habe. Dabei sei er so schwer am Kopf verletzt worden, dass er mehrere Minuten bewusstlos war. Dies könnten mehrere Augenzeugen – Anwohner des Rumphorstviertels – bestätigen.

„Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den Polizisten ist ein handfester Skandal. (Sie) sendet ein verheerendes Signal für kommende Demonstrationen in Münster : Polizeiliche Gewalt bleibt selbst dann ohne Konsequenzen, wenn ein Opfer schwer verletzt wird“, so das Bündnis.

Oberstaatsanwalt: Keine Sonderbehandlung von Polizisten

Beck betont, dass es in seiner Behörde keine Sonderbehandlung von Polizeibeamten gebe. „Wir handeln in allen Fällen nach Recht und Gesetz.“ Er verweist darauf, dass es die Möglichkeit gebe, gegen die Einstellung Beschwerde einzulegen.Das Bündnis fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens „durch eine neutrale Stelle“. Die Anwältin des Demonstranten kündigte an, ein Klageerzwingungsverfahren anzustrengen.

Nazi-Demo in Münster - Tausende Menschen bei Gegendemonstrationen

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