Casting-Show im Fernsehen
Giulia Wahn enttäuscht über Ausscheiden bei "The Voice of Germany"

Münster -

„I don’t care what other people say“ – „Es ist mir egal was andere Leute sagen“. Mit diesen Worten aus dem Lied „You and I“ von Medina startete Giulia Wahn gestern Abend in Münster die zweite Hälfte ihres Live-Konzerts. Im Fernsehen hatte die Jury der Talentshow „The Voice of Germany“ der Münsteranerin da schon eine Abfuhr erteilt.

Freitag, 09.11.2012, 08:13 Uhr aktualisiert: 10.11.2012, 10:38 Uhr
Giulia Wahn
Die Münsteranerin Giulia Wahn ist bei "The Voice of Germany" ausgeschieden. Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Häbner

Im Grand Café in Münster deutete am gestrigen Abend zunächst nichts auf ein besonderes Ereignis hin: Ein wenig schummriges Licht, Gäste, die sich unterhalten und reger Betrieb an der Bar. Auffällig waren allein die 30 Fahrräder auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Restaurants und die Security am Eingang. Außerdem sah man versteckt hinter zwei großen, weißen Säulen im Café, gegenüber vom Tresen, dass die Band „Milestones“ ihr Schlagzeug und ihr Keyboard aufgebaut hatte.

Um halb neun ging es dann endlich los. Giulia Wahn schlängelte sich zwischen den Instrumenten hindurch, werkelte mit den Musikern noch etwas an den Boxen herum und begrüßte schließlich Ihre Gäste. Das wäre eigentlich nichts Besonderes für die 24-Jährige. Sie verdient mit Singen ihr Geld. Doch seit diesem Herbst konnte ganz Deutschland das Talent der Münsteranerin mitverfolgen. Giulia hat bei der Talentshow The Voice of Germany “ teilgenommen. Gestern lief die zweite Folge, in der Giulia gesungen hat, im Fernsehen und weil die Sendung vorher aufgezeichnet wurde, konnten die Sängerin währenddessen ein kleines Konzert in Münster geben. Dabei waren vor allem Freunde, Bekannte und Verwandte von Giulia, die während der Entscheidung der Jury mit ihr mitfieberten. Obwohl die 24-Jährige selbst das Ergebnis der Show schon kannte, verriet sie vor Ihrem Fernsehauftritt kein Wort und begann erst einmal wie gewöhnlich ihr Konzert.

Giulia Wahn im Grand Café

Giulia Wahn im Grand Café

Ein Mix aus Jazz, Soul und Pop brachte Rhythmus ins Grand Café und ließ die redenden Gäste verstummen. Giulia sang mit geschlossenen Augen, die eine Hand am Mikrophon, die andere bewegte sie im Takt der Musik neben ihrem Kopf auf und ab, als könne sie so noch mehr Emotionen in ihre Lieder stecken. Erstaunlich locker wirkte die Münsteranerin trotz ihrer zehn Zentimeter hohen Absätze, mit denen sie zum Rhythmus der Musik abwechselnd auf den Boden tappte. „Zwischendurch der prüfende Blick auf den Fernseher“, erinnerte Giulia nach ihrem ersten Song. Im Hintergrund leuchtete ein Bildschirm, auf dem man, noch lautlos, beobachten konnte, wie die ersten Sänger von „The Voice of Germany“ sich immer mehr „Battles“ lieferten.

Sechs verschiedene Stücke präsentierte Giulia ihrem Publikum gestern nach eigener Interpretation, bis es schließlich Zeit wurde, den Ton des Fernsehers im Hintergrund aufzudrehen. „Pscht, jetzt bin ich dran“, rief sie aufgeregt. Auch beim zweiten Mal war es noch etwas Besonderes für Giulia, sich selbst im Fernsehen zu sehen. Alle im Grand Café wurden leise, Giulias Freund David hielt sie im Arm. „Ich muss deine Hand halten“, flüsterte sie ihm nur zu. Dann begann das Fernsehduell. Doch Giulia schien irgendwie enttäuscht von ihrem eigenen Auftritt. Sehr kritisch beobachtete sie sich selbst. Vielleicht weil sie wusste, was kommt?

Mit dem Lied „Say, say, say“ von Michael Jackson und Paul McCartney sangen Giulia und ihr Konkurrent Raffa Shira gegeneinander an. „Ich bin viel leiser als er“, rief Giulia empört. Am Ende des Songs war die Jury sich einig: Raffa sollte eine Runde weiter kommen. Auch jetzt schien die Münsteranerin noch schwer enttäuscht über das Urteil zu sein. Sie schlug ihre Hände vors Gesicht und schüttelte den Kopf.

Nach einigen Minuten hatte sie sich jedoch wieder gefasst und huschte schnell zurück zur Band. Mit der Enttäuschung über das nun endgültige Aus bei „The Voice of Germany“ schien gleichzeitig ein wenig Druck von der Sängerin abzufallen. Sie wirkte lockerer, griff zu kraftvolleren Liedern und zog ihre Schuhe aus.

„Ich war schon geschockt über das Ergebnis“, sagte Giulias Mama, Marianne Decamps, später. „Ich fand sie besser als ihn. Aber das ist Schicksal. Giulias Weg ist ein anderer.“ Und auch die 24-Jährige selbst schien ihrer Niederlage gegen Raffa Shira gestern dann doch noch etwas Positives abgewinnen zu können: „Wir hatten eine Woche um den Song vorzubereiten. Raffa hat sich in der Woche wirklich gut entwickelt.“

Gegen 22 Uhr verabschiedeten sich langsam die ersten Gäste. Als Zugabe brachte die Münsteranerin schließlich noch einmal ihren Debut-Song „Warwick Avenue“ von Duffy zum Besten, mit dem sie bei „The Voice of Germany“ das erste Mal eine Runde weiter gekommen war.

„Warum ich das Konzert machen wollte, obwohl ich schon wusste dass ich nicht weiter komme? Weil es so schön ist, dass ihr alle da seid und für ein so großes Publikum singen zu dürfen“, so beantwortete Giulia zum Schluss noch die Frage, die sich wohl nach ihrem Fernsehauftritt alle gestellt hatten. Aber wie sie in ihrem Lied nach der Verkündung des Ergebnisses ja bereits gesungen hat: „I don’t care what other people say“ – Es interessiert sie nicht, was andere Leute sagen. Giulia wird ihren Weg auch so gehen.

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