Der Doktor und das liebe Vieh
Im neuen „Tatort“ aus Münster geht es um einen toten Arzt

Sie siezen sich, auch nach zehn Jahren noch. Und da der brummelige Thiel den kultivierten Prof. Boerne kürzlich beim Zocken übers Ohr gehauen hat und dieser ihm noch Geld schuldet, steht es nicht zum Besten um das Verhältnis von Kommissar und Pathologe zu Beginn des Jubiläums-Tatorts. Der fängt, eher ungewöhnlich für das münstersche Duo, direkt mit dem Auffinden eines Toten an – und mündet in einer echten Groteske.

Samstag, 24.11.2012, 07:11 Uhr

Der Doktor und das liebe Vieh : Im neuen „Tatort“ aus Münster geht es um einen toten Arzt
Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) entdeckt seine Liebe zu Ziege Mimi. Foto: WDR

Das Personal in „Das Wunder von Wolbeck “ ist wieder hübsch verschroben – wie der Westfale eben so ist. Die Frau des toten Arztes, der Geschlechtsgenossinnen in Sachen Schwangerschaft auf die Sprünge half, ist ständig von Tabletten benebelt. Der wortkarge Landwirt von nebenan scheint nicht nur Kuhdung am Stiefel, sondern auch Dreck am Stecken zu haben. Und das rote Haar seiner Frau Milena sticht so aus dem Feldergrün um dem münsterischen Ortsteil Wolbeck hervor, wie die drei einfältigen Krien-Brüder für eine Dorfkneipe unauffällig sind.

 

Axel Prahl als Kommissar Thiel und Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner Prof. Boerne ermitteln zum Zehnjährigen des WDR-„Tatorts“ auf dem platten Land. Und so muss Thiel radeln, was die Reifen hergeben. Dafür entdeckt Boerne bei seinen Ausflügen in die Veterinärmedizin die Liebe zum Vieh – speziell zur Ziege Mimi, die unter Countrymusik-Klängen mit dem Cowboyhut tragenden Mediziner sogar in dessen Cabrio mitfahren darf.

Das Erfolgsrezept der Kriminalisten von der komischen Gestalt liegt ja ohnehin nicht in komplexen oder clever strukturierten Kriminalfällen, sondern in den fortwährenden Frotzeleien des sympathischen Ermittlergespanns. Das schlägt sich meist auch in der Quote nieder: Zuletzt sahen Prahl und Liefers in „Hinkebein“ 11,8 Millionen Zuschauer zu – das schafft manches Spiel der deutschen Fußball-Nationalelf nicht.

Dass das nicht ewig so gehen kann, ist auch den beiden Protagonisten klar. „Bevor wir sie wie einen toten Gaul über die Ziellinie schleifen“, so zitiert die Nachrichtenagentur dpa Liefers, „würden wir lieber vorher aufhören.“ Andererseits: Solange das Duo die Comedians von „Switch Reloaded“ auf Pro Sieben noch zur Parodie der ohnehin schon skurrilen Fälle anstichelt, scheint dieser Tag noch fern zu sein.

Tatort : Das Wunder von Wolbeck“, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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