Music Hall bleibt am Albersloher Weg
Jovel-Chef Steffi Stephan kauft Kiffe-Gebäude

Das Jovel hat wieder ein festes Zuhause. Betreiber Steffi Stephan und Marvin Lindenberg haben nach vierjähriger Übergangszeit das denkmalgeschützte Gebäude von Opel Kiffe gekauft.

Mittwoch, 28.11.2012, 01:11 Uhr

Jovel im Kiffe-Gebäude
Architekt Wolfgang Frye, Marvin Lindenberg, Steffi Stephan, Insolvenzverwalter Michael Mönig und Rechtsanwalt Eric Coordes (v. l.) sind zufrieden, dass das ehemalige Autohaus Kiffe nun endgültig dem legendären Club ein Zuhause bietet. Foto: Matthias Ahlke

Steffi Stephan hat das Jovel vor fast 35 Jahren gegründet. Und nun hat er es gekauft: Das ehemalige Opel-Kiffe-Haus am Albersloher Weg gehört seit Dienstag der neuen Plansektor GmbH von Steffi Stephan und Marvin Lindenberg. Das Jovel hat ein festes Dach überm Kopf. „Endlich“, sagt der neue Hausherr, „nach vielen Jahren Unsicherheit!“

Die Geschichte des Jovel

Das Jovel ist Steffi Stephans Baby – „jovel“ ist Masematte und heißt einfach „gut“. 1978 entstand die Diskothek an der Weseler Straße / Ecke Dondersring. Als das Gebäude 1987 abgerissen wurde, zog das Jovel auf das Gelände der früheren Germania-Brauerei an der Grevener Straße und änderte seinen Namen. Damit begann die goldene Zeit der „Jovel Music Hall“. Sie endete nach einigen Höhen und Tiefen mit einer Abschiedsveranstaltung im Sommer 2006 – anschließend wurde die Halle abgerissen, um Platz für den neuen Germania-Campus zu schaffen. Zwei Jahre lang vagabundierte das Jovel durch die Stadt. Im Oktober 2008 wurde der Mietvertrag für das ehemalige Opel-Kiffe-Gebäude unterzeichnet.

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Über den Preis schweigen sich beide Seiten aus. Als das Jovel 2008 in das leerstehende Gebäude des insolventen Autohändlers zog, war mal von 20 Millionen Euro die Rede. Später hieß es: knapp unter einem zweistelligen Millionenbetrag. In jedem Fall ging es um unerreichbare Summen. Der Kauf blieb ein Traum.

Und nun hat es doch geklappt. Weil die beiden in einem Bieterwettbewerb das beste Angebot vorlegten. Weil die Volksbank Münster das Konzept absegnete. Und weil schließlich am Dienstagmorgen die Gläubigerversammlung dem Kaufvertrag einmütig zugestimmt hat, wie Kiffe-Insolvenzverwalter Michael Mönig zufrieden betont: „Das Insolvenzverfahren ist damit nahezu abgeschlossen.“ Mönig hofft, demnächst einen Teil der Sozialplan-Ansprüche der über 100 ehemaligen Kiffe-Mitarbeiter erfüllen zu können.

Mit dem Jovel geht es nahtlos weiter. Am heutigen Mittwoch ist es genau vier Jahre her, dass der Club bei Kiffe einzog. Das wird mit einem Konzert des „Electric Blues Duo“ um 20 Uhr gefeiert – und zwar im frisch hergerichteten Backstage-Bereich, der künftig als kleiner Club für bis zu 300 Personen genutzt wird. Das sei ein wichtiger Teil des Konzepts, betont Steffi Stephan. Im „Backstage“ kann nur gefeiert werden, wenn nicht gleichzeitig die große Halle für 1500 Personen bespielt wird.

Der Betrieb läuft weiter, auch wenn in den nächsten Monaten renoviert werden muss. Architekt Wolfgang Frye schätzt, dass die neuen Eigentümer eine fünfstellige Summe für das Gröbste bereitstellen müssen, besonders für die Sanierung des Daches: „Es gibt sehr viel zu tun.“ In dem 9000 Quadratmeter großen Gebäude sind jetzt schon einige Mieter untergebracht; künftig sollen es noch mehr werden. Steffi Stephan spricht von „Synergieeffekten“.

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